
Den richtigen Cloud-Anbieter wählt man, indem man zunächst das passende Cloud-Modell für die eigenen Anforderungen definiert und anschließend Anbieter anhand von Kriterien wie Datenschutz, Verfügbarkeit, Skalierbarkeit und Support bewertet. Die Entscheidung hängt maßgeblich davon ab, welche Daten in die Cloud verlagert werden sollen, welche regulatorischen Anforderungen gelten und ob interne IT-Kapazitäten für den Betrieb vorhanden sind. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen, die Unternehmen vor dieser Entscheidung klären sollten.
Es gibt drei grundlegende Cloud-Modelle: die Public Cloud, die Private Cloud und die Hybrid Cloud. In der Public Cloud werden Ressourcen über das öffentliche Internet von einem Drittanbieter bereitgestellt und mit anderen Kunden geteilt. Die Private Cloud nutzt eine dedizierte Infrastruktur ausschließlich für ein Unternehmen, entweder im eigenen Rechenzentrum oder bei einem Hosting-Anbieter. Die Hybrid Cloud kombiniert beide Ansätze.
Darüber hinaus unterscheidet man zwischen den Servicemodellen IaaS (Infrastructure as a Service), PaaS (Platform as a Service) und SaaS (Software as a Service). IaaS bietet reine Rechenkapazität und Speicher, PaaS stellt Entwicklungsumgebungen bereit, und SaaS liefert fertige Anwendungen über die Cloud. Welches Modell passt, hängt von der internen IT-Kompetenz, dem Kontrollbedürfnis und den konkreten Anwendungsfällen ab. Eine sorgfältige Bestandsaufnahme der eigenen IT-Landschaft ist daher der erste Schritt bei der Auswahl.
Bei der Auswahl eines Cloud-Anbieters sind Datenschutz und Datensicherheit, Verfügbarkeit, Skalierbarkeit, Support-Qualität sowie Transparenz bei Kosten und Vertragskonditionen die zentralen Entscheidungskriterien. Kein einzelnes Kriterium steht für sich allein; erst die Gesamtbewertung ergibt ein belastbares Bild.
Die wichtigsten Auswahlkriterien im Überblick:
Unternehmen sollten diese Kriterien priorisieren und gewichten, bevor sie Angebote einholen. Die tatsächliche Leistung kann je nach Konfiguration und individuellem Nutzungsverhalten variieren.
DSGVO-Konformität bei einem Cloud-Anbieter bedeutet konkret, dass personenbezogene Daten ausschließlich im Rahmen der Datenschutz-Grundverordnung verarbeitet werden. Das umfasst einen abgeschlossenen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV), die Datenhaltung innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) sowie klare Regelungen zu Zugriffsrechten, Löschfristen und Datenpannen.
Folgende Punkte sind bei der Prüfung der DSGVO-Konformität besonders relevant:
Wichtig: Eine DSGVO-konforme Cloud-Nutzung liegt in der gemeinsamen Verantwortung von Anbieter und Auftraggeber. Unternehmen sollten die Datenschutzdokumentation potenzieller Anbieter sorgfältig prüfen und im Zweifel rechtliche Beratung hinzuziehen.
Hyperscaler sind global operierende Cloud-Anbieter mit weltweiter Infrastruktur und einem sehr breiten Serviceangebot, während regionale Cloud-Anbieter auf einen definierten geografischen Markt spezialisiert sind und häufig stärkere Datenschutzgarantien sowie lokale Betreuung bieten. Beide Modelle haben spezifische Stärken, die je nach Anforderungsprofil relevant sind.
Hyperscaler verfügen über eine enorme Bandbreite an Diensten, globale Redundanz und hohe Innovationsgeschwindigkeit. Für Unternehmen mit internationaler Ausrichtung oder dem Bedarf an spezialisierten KI- und Big-Data-Diensten können sie sinnvoll sein. Allerdings unterliegen diese Anbieter häufig dem Recht ihres Heimatlandes, was bei US-amerikanischen Anbietern durch Regelungen wie den CLOUD Act zu Konflikten mit der DSGVO führen kann. Zudem entstehen bei intensiver Nutzung oft hohe Egress-Kosten und ein erheblicher Vendor Lock-in.
Regionale oder nationale Cloud-Anbieter, insbesondere solche mit Rechenzentren ausschließlich in Deutschland oder der EU, bieten klare Vorteile hinsichtlich Datenschutz, Rechtssicherheit und lokaler Betreuung. Sie sind häufig nach deutschen oder europäischen Standards zertifiziert (z. B. BSI C5, ISO 27001) und können auf spezifische regulatorische Anforderungen einzelner Branchen eingehen. Das Serviceangebot ist in der Regel weniger umfangreich als bei Hyperscalern, dafür ist die Beziehung zum Anbieter oft enger und persönlicher.
Viele Unternehmen entscheiden sich für einen Multi-Cloud-Ansatz, bei dem kritische oder datenschutzsensible Workloads bei regionalen Anbietern liegen, während standardisierte Dienste bei Hyperscalern betrieben werden.
Vor Vertragsabschluss sollten Unternehmen einem Cloud-Anbieter gezielte Fragen zu Datenschutz, Verfügbarkeit, Sicherheit, Kostenstruktur und Exit-Optionen stellen. Wer diese Punkte vorab klärt, vermeidet böse Überraschungen im laufenden Betrieb.
Eine strukturierte Fragenliste für das Anbietergespräch:
Die Antworten auf diese Fragen sollten vertraglich fixiert sein. Mündliche Zusagen oder allgemeine Marketingaussagen sind keine belastbare Grundlage für eine langfristige Geschäftsbeziehung.
Ein Managed Cloud Service lohnt sich, wenn interne IT-Ressourcen begrenzt sind, Fachkenntnisse für den sicheren Betrieb fehlen oder der Fokus des Unternehmens auf dem Kerngeschäft statt auf dem IT-Betrieb liegen soll. Eigenimplementierungen sind sinnvoll, wenn spezifische Kontrollanforderungen oder umfangreiche interne Expertise vorhanden sind.
Managed Cloud Services übertragen den Betrieb, die Überwachung und die Optimierung der Cloud-Umgebung an einen spezialisierten Dienstleister. Dieser übernimmt Aufgaben wie Patch-Management, Security-Monitoring, Backup, Performance-Optimierung und Support. Für viele mittelständische Unternehmen ist dies eine wirtschaftlich attraktive Option, da der Aufbau eigener Cloud-Expertise mit erheblichem Zeit- und Kostenaufwand verbunden ist.
Typische Szenarien, in denen Managed Cloud Services besonders sinnvoll sind:
Bei der Eigenimplementierung trägt das Unternehmen die volle Verantwortung für Betrieb, Sicherheit und Verfügbarkeit. Das setzt nicht nur technisches Know-how voraus, sondern auch die Kapazität, auf Incidents rund um die Uhr reagieren zu können. Für Unternehmen ohne diese Voraussetzungen ist der Managed-Ansatz in der Regel die risikoärmere Wahl. Informationen zu Netzwerk- und Cloud-Infrastruktur können dabei helfen, den eigenen Bedarf besser einzuschätzen.
Die Concat AG begleitet Unternehmen bei der gesamten Cloud-Journey: von der initialen Bedarfsanalyse und der Auswahl des geeigneten Cloud-Modells bis hin zur Implementierung und dem laufenden Betrieb. Als erfahrenes IT-Systemhaus mit eigenen, nach ISO 9001 und ISO 27001 zertifizierten Rechenzentren in Deutschland bieten wir eine rechtssichere und datenschutzkonforme Grundlage für Ihre IT-Infrastruktur.
Konkret unterstützen wir Sie bei folgenden Aufgaben:
Wenn Sie wissen möchten, welches Cloud-Modell für Ihr Unternehmen geeignet ist oder wie ein Managed Cloud Service konkret aussehen könnte, sprechen Sie uns an. Über unser Kontaktformular erreichen Sie unsere Experten direkt und unverbindlich.
