
Existieren auch in Ihrem Unternehmen papierbasierte Abläufe, die sich zunehmend als ineffizient erweisen? Erstellen Ihre Mitarbeitenden immer noch Excel-Listen und greifen gemeinsam darauf zu? Möchten Sie Ihre Geschäftsprozesse über verschiedene Geräte wie PCs oder Mobiltelefonen ausführen können? Dann benötigen Sie Power Apps. Die Power Platform von Microsoft ist von Grund auf dafür geschaffen worden, um ohne große Programmierkenntnisse Anwendungen zu erstellen, die mit vorhandenen Daten und Systemen interagieren.
Mit der No-Code/Low-Code-Plattform lassen sich Anwendungen für Mobilgeräte oder Tablets entwickeln. Die Plattform basiert auf Funktionen, die den Formeln in Excel ähnlich sind (bspw. SUM und TEXT). Mit Power Apps können Sie einfache Lösungen wie Formulare und Statusberichte oder komplexe Geschäftslösungen für Einkaufsprozesse und Lagerverwaltung erstellen. Power Apps bietet erweiterte Funktionen und ist auch für erfahrene Entwickler interessant, die damit mühelos komplexe Anwendungen entwerfen können.
Power Apps kann auch zusammen mit verschiedenen Datenquellen genutzt werden, beispielsweise SQL-Server oder SharePoint, um bestehende Unternehmensdaten innerhalb der App zu nutzen.
Wir helfen euch in diesem Blog-Post, einen Überblick über Power Apps und die einzelnen Komponenten zu bekommen.
Es gibt drei Arten von Apps: Canvas Apps (wie eine leere Leinwand), modellgesteuerte Apps und Portale.
Canvas App ist einer der wichtigsten Anwendungstypen, die Sie in Power Apps erstellen können. Eine Canvas stellt eine Art Oberfläche dar, auf der Sie Elemente anordnen können wie auf einer Powerpoint-Folie. Zunächst legen Sie fest, für welche Bildschirmgröße die App gedacht ist: Mobiltelefon oder Tablet. Danach können Sie Daten aus vorhandenen Quellen hinzufügen. Steuerelemente lassen sich per Drag & Drop in die App ziehen. Gewünschte Funktionen schreiben Sie ähnlich wie eine Formel in Excel. Canvas Apps bieten dem User volle Flexibilität beim Erstellen von Apps.
Modellgesteuertes App-Design eignet sich für komplexe und anspruchsvolle Geschäftsanwendungen – etwas mehr technisches Know-how als bei Canvas Apps ist von Vorteil. Mit dem App-Designer-Tool können Sie Komponenten hinzufügen wie Formulare, Diagramme, Tabellen oder ähnliches. Diese Daten stammen aus dem Microsoft Dataverse und können miteinander interagieren. Dabei definieren Sie auf der Datenebene innerhalb von Dataverse die Beziehungen, Formulare, Ansichten, Geschäftsregeln und mehr. Auf diese Weise gelingt es Ihnen, ein Geschäftsergebnis zu erzielen, ohne alle Formeln selbst schreiben zu müssen.
Über die Auswahl der App-Größe müssen Sie sich bei Model-driven Apps keine Gedanken machen: Sie funktionieren auf dem Smartphone oder Tablet, ohne dass zusätzliche Aktionen erforderlich sind.
Power Apps Portale bieten App-Entwicklern eine Reihe von Funktionen zum Erstellen leistungsfähiger Portalanwendungen, die extern erreichbar sind. Mithilfe der Power Apps-Benutzeroberfläche erstellen Sie anonyme oder authentifizierte Websites, die es Benutzern erlauben, mit Daten zu interagieren, die in Dataverse gespeichert sind. Zum Erstellen dieser umfangreichen, interaktiven Websites steht Ihnen das gleiche Drag-and-Drop-Erlebnis wie beim Erstellen von Apps zur Verfügung.
Power Apps Portale ermöglichen es Ihnen, schnell externe Websites zu entwerfen, zu konfigurieren und zu veröffentlichen, die nahtlos über Webbrowser und Geräte funktionieren.
Power Apps ist komplett cloudbasiert und läuft unter Microsoft Azure. Die Entwicklung der Apps findet im Webbrowser statt. Nachdem eine fertige App für Benutzer veröffentlicht wurde, kann diese entweder über den Webbrowser oder nativ über die „Power Apps“ App auf Android und iOS ausgeführt werden.
Die Programmiersprache, welche für Power Apps genutzt wird, nennt sich „PowerFX“. Entwickler können direkt in einer excelähnlichen Formelleiste oder im Visual Studio Code-Textfenster arbeiten.
Jetzt stellt sich die Frage: Warum braucht eine Low-Code-Plattform eine Programmiersprache? Die Wahrheit ist, dass sich Point-and-Click-Tools hervorragend für die schnelle Zusammenstellung von Erlebnissen und Arbeitsabläufen eignen, aber viele reale Lösungen benötigen eine Logikebene, die über das hinausgeht, was z. B. mit Drag-and-Drop möglich ist.
Wenn also etwa eine Schaltfläche in roter Farbe hervorgehoben werden soll, wird die Logik dafür mit PowerFX dargestellt.
PowerFX ist Open Source und basiert auf Microsoft Excel. Durch die Verwendung von Formeln, die Hunderten von Millionen von Benutzern bereits vertraut sind, ermöglicht Power FX einem breiten Spektrum von Personen, ihre bereits vorhandenen Kenntnisse in Low-Code-Lösungen einzubringen. Power FX bietet eine gemeinsame Basis für Geschäftsanwender und professionelle Entwickler gleichermaßen, um Logik auszudrücken und Probleme zu lösen.
Die Konnektoren der Power Platform ermöglichen es Ihnen, Verbindungen zu weiteren Datenquellen herzustellen. Dadurch können Sie bei Bedarf auch auf Unternehmensdaten zugreifen. Dies reicht von der Office 365/Azure AD Schnittstelle, um beispielsweise „Wer ist mein Manager“ zu nutzen, bis hin zu On-Premises-Daten auf SQL oder SharePoint.
Mit über hundert Konnektoren kann man auch die Power-Apps-Entwicklung erweitern. Wenn man z. B. in seiner Canvas-App das Wetter anzeigen möchte, kann man einfach innerhalb der App eine Verbindung zu einem der Wetter-Konnektoren nutzen, um schnell und einfach das gewünschte Feature zu implementieren.
Bei der klassischen Entwicklung erforderte das Hinzufügen von Funktionen wie Bilderkennung oder Vorhersagemodelle fortgeschrittene Computerkenntnisse. Dafür war es erforderlich, Code schreiben sowie Datenmodelle entwerfen und trainieren zu können – und einiges mehr an anspruchsvoller Logik. Power Apps hat künstliche Intelligenz „demokratisiert“. Wie? Indem Microsoft eine assistentenbasierte Oberfläche zum Erstellen und Trainieren von Modellen bereitgestellt hat. Dadurch wird die Leistungsfähigkeit von Azure Machine Learning- und Cognitive-Services freigeschaltet, ohne dass der User eine einzige Codezeile schreiben oder komplexe Modelle für maschinelles Lernen erstellen muss.
Mit der AI-Komponente der Power Platform stehen folgende KI-Anwendungen zur Verfügung:
Bei der Lizenzierung von Power Apps gibt es folgende Optionen:
Diese Lizenzen werden der App oder dem Portal zugewiesen, pro zugewiesene Lizenz kann ein Benutzer auf eine App/Portal zugreifen. Wenn Ihre App z. B. von zehn Benutzern verwendet werden soll, würden Sie zehn Pro-App-Lizenzen benötigen.
Sofern Benutzer mehrere Apps/Portale benutzen sollen, bietet sich die Lizenzierung pro Benutzer an. Für einen monatlichen Pauschalpreis kann pro Benutzerlizenz ein Benutzer auf eine unbegrenzte Anzahl von Anwendungen und Portalen zugreifen.
Ganz neu ist die nutzungsbasierte Lizenzierung für Power Apps. Hierzu benötigen Sie ein Azure-Abonnement, um auf Pro-Benutzer-Ebene für die Anzahl der Anwendungen oder Portale zu zahlen, die ein Benutzer pro Monat ausführt.
Begrenzte Power-Apps-Funktionen sind z. B. in diversen Office/Microsoft-365-Lizenzen enthalten. Sofern aber bspw. erweiterte Features genutzt werden wie die Anbindung an SQL Server, ist eine separate Power Apps Lizenzierung erforderlich.
Mit Power Apps lassen sich viele unterschiedliche Geschäftsanforderungen umsetzen. Unterschiedlichste Branchen verwenden oft für Power Apps Anforderungen die gleichen Grundlagen. Einige mögliche Beispiele sind:
Genehmigungen
Asset Management
Transformation/Berechnungen
Inspektion/Überwachung
Veranstaltungsverwaltung
Zeitplanung
Workflow Management
…und viel mehr.
Im dritten Teil der Blog-Artikelserie geht es speziell um die Automatisierung von Geschäftsprozessen und wiederkehrenden Aufgaben mithilfe von Power Automate.
Weitere Informationen:
Microsoft Power Platform Teil 1: Schnelle App-Entwicklung auch für Nichtprogrammierer