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Warum die IT mehr weibliche Vorbilder braucht

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Frauen in der IT Blog

Ada Lovelace, Grace Hopper, Margaret Hamilton, Adele Goldberg. Kluge Frauen waren einst wegweisend für die Softwarebranche, dann gerieten sie in Vergessenheit. Weltberühmt wurden weniger die Pionierinnen der Informatik als die Produkte und Programme, die aus ihrer Expertise hervorgingen. Daran krankt der Arbeitsmarkt auch im 21. Jahrhundert noch.

Der Mangel an qualifiziertem Personal in der deutschen Tech-Branche ist gewaltig. Es fehlen 137.000 IT-Expertinnen und -Experten quer durch alle Branchen, meldete der Bitkom im November 2022. Dies werde immer mehr zum Haupthindernis bei der Digitalisierung von Wirtschaft und Verwaltung.

Eine naheliegende Lösung wäre es, mehr Frauen für IT-Berufe zu begeistern und dafür zu sorgen, dass sie auch dabei bleiben, wenn sie den Berufsweg in diese Richtung eingeschlagen haben.

Eine kleine Zeitreise: Ada, Grace, Margaret und Adele

An der Entstehung von Informatik und Softwareentwicklung waren Frauen maßgeblich beteiligt, allen voran Ada Lovelace. Nach der britischen Mathematikerin wurde sogar eine Programmiersprache benannt – aber erst lange nach ihrem Tod. In den vierziger bis weit über die sechziger Jahre hinaus war Programmieren ein Frauenberuf.

Die Mathematikerin Grace Hopper entwickelte 1952 den ersten Compiler und arbeitete an ersten programmierbaren Großrechnern (Mark I, II, III) mit. Margaret Hamilton, ebenfalls Mathematikerin, war eine Schlüsselfigur bei der Entwicklung von Software für Raumfahrtprogramme (Apollo u. a. ) und hat den Begriff des Software Engineering geprägt.

Adele Goldberg entwickelte in den siebziger Jahren am Xerox-Park in Kalifornien mit Kollegen das Prinzip der grafischen Benutzeroberfläche (Smalltalk), das Steve Jobs sich aneignete, um damit den ersten Apple Macintosh auf den Markt zu bringen und schwerreich zu werden. Der Rest ist Geschichte.

Zu wenige Absolventinnen in MINT-Fächern

Das Problem des Fachkräftemangels ließe sich durch gezielte Förderung von Mädchen und Frauen zumindest teilweise entschärfen. Die absolute Zahl der HochschulabsolventInnen in MINT-Fächern ist laut OECD in Deutschland international eine der höchsten, der Frauenanteil jedoch unterdurchschnittlich. Viele europäische Länder wie Griechenland, Polen oder die Türkei erreichen einen deutlich höheren Anteil an MINT-Absolventinnen. Auch arabische Länder schneiden erheblich besser ab als Deutschland (Unesco / Equals Skills Coalition).

Es ist ein Armutszeugnis erster Güte: Im Women Digital Scoreboard 2022 der EU-Kommission rangiert Deutschland weit abgeschlagen auf Platz 24 (Wert: 47,8 Prozent), hinter Ländern wie Spanien (64,2 Prozent), Portugal (57), Kroatien (56,5), Tschechien (50,9), Griechenland (50,2), Ungarn (49) und der Slowakei (48 Prozent).

EC Stat Share of women by economic activity

Geschlechterstereotype als Zugangsbarriere

Fakt ist, dass viele Frauen, wenn sie den Weg in einen IT-Beruf gefunden haben, wieder abwandern, so eine Studie der EU-Kommission. Demnach sind mehr als 90 Prozent der Frauen mit einem Hochschulabschluss in Informationstechnologie im Alter von 45 Jahren nicht mehr im IT-Sektor tätig.

Schuld sind – jedenfalls trifft das auf Deutschland zu – althergebrachte Rollenbilder, Stereotype und das Klischee vom Nerd, der den ganzen Tag am Computer verbringt mit wenig sozialer Interaktion. Was fehlt, ist eine geschlechtergerechte Veränderung der strukturellen Rahmenbedingungen des Bildungssystems in Deutschland, heißt es im Dritten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung. Bereits im Alter von sechs Jahren hätten die meisten Kinder geschlechtsbezogene Fähigkeitszuschreibungen verinnerlicht.

Was hilft, sind Eltern und Erziehungsberechtigte, die das Interesse für MINT-Themen beim Nachwuchs wecken und fördern. Wie Vorbilder ausstrahlen in die Umgebung und andere Menschen animieren, ebenfalls einen IT-Beruf zu ergreifen, zeigen die Beispiele aus der Concat-Praxis weiter unten.

Wichtige Gründe für Frauen in IT-Berufen

Dass es so wenige Frauen in IKT-Berufen gibt, ist in mehrerlei Hinsicht problematisch: gleichstellungspolitisch, wirtschaftspolitisch und betriebswirtschaftlich. Studienergebnisse zeigen, dass gemischte Belegschaften sich enorm positiv auf den Unternehmenserfolg auswirken: Sie bringen neue Sichtweisen ein, was zu mehr Innovation führt und einen Wettbewerbsvorteil darstellt, sie erhöhen die Zufriedenheit in der Belegschaft und sie verringern die Fluktuations- sowie Krankenquote. Und: Frauen in der IT sind Vorbilder für andere und machen Mut.

Maßnahmen zur Förderung weiblicher IT-Kräfte

Concat hat sich auf die Fahne geschrieben, Frauen gezielt für die IT zu begeistern und mehr von ihnen einzustellen. Um dies umzusetzen, haben wir gezielt Maßnahmen ergriffen. Dazu gehören bezahlte Tage, wenn das Kind krank ist, flexible Teilzeitmodelle und das mobile Arbeiten von zuhause. Wir ermutigen an Schulen und auf Messen junge Frauen dazu, den Schritt in die IT zu wagen und pflegen eine familienfreundliche Unternehmenskultur. Zudem bilden wir seit vielen Jahren Fachinformatikerinnen Anwendungsentwicklung aus und beschäftigen Informatikstudentinnen.

Ein lebhaftes Beispiel für ein technikbegeistertes weibliches Role Model bei Concat ist Tugba Duyar, stellvertretende Abteilungsleiterin Softwareentwicklung. „Mich hat Technik schon als kleines Kind interessiert. Als Dreijährige stand ich mit meinen Eltern am Rollfeld des Flughafens in München-Riem und wollte Pilotin werden“, erzählt sie. Als Achtjährige zerlegte sie den ersten Personal Computer in seine Einzelteile und sah sich genau an, wie alles funktioniert. Etwas später baute sie kleine Webseiten.

Vorbild für andere junge Menschen

Gleich nach dem Abitur studierte Tugba Duyar drei Semester Flug- und Fahrzeuginformatik, orientierte sich dann aber um und absolvierte von 2013 bis 2015 die Ausbildung als Fachinformatikerin Anwendungsentwicklung bei Synergy Systems, damals eine 100-prozentige Concat-Tochter. Parallel zu ihrer Ausbildung spezialisierte sie sich auf das Open-Source-Betriebssystem Linux – und qualifiziert sich ständig weiter, zum Beispiel mit Splunk und NetApp.

Seit 2019 hat die Teamleiterin den IHK-Ausbilderschein und betreut aktuell zwei angehende Fachinformatiker (Anwendungsentwicklung, Daten- und Prozessanalyse). Und: Auch den jüngeren Bruder hat sie inspiriert, einen technischen Beruf zu ergreifen, ebenso die Tochter einer Cousine. „Die hat schon mit zwölf Jahren angefangen, Programme zu schreiben, und fragt immer wieder, was sie noch lernen kann – sehr zur Begeisterung der Mutter“, freut sich Tugba Duyar.

Tugba Duyar Flugsimulator

Feuer und Flamme für das Innenleben von Technik

Fasziniert von Technik ist Kati Bücherl, seit sie denken kann. „Als Kind bin ich gern mit meinem Vater zum Gleisbau gegangen oder habe mit seinem Schraubenzieher den Staubsauger auseinandergebaut“, erinnert sie sich. Um Geoinformatik und Geodäsie in München studieren zu können, holte sie das Fachabitur nach, fand dann als Werkstudentin bei Concat München aber mehr Gefallen an der IT-Praxis. So begann sie 2020 eine Ausbildung zur Fachinformatikerin Anwendungsentwicklung. „Das ist ein superkreativer Job und bietet viele Möglichkeiten“, schwärmt sie.

Was sie antreibt? „Am liebsten denke ich mich ein in komplizierte Probleme und klamüsere so lange, bis ich die Lösung gefunden habe – oder verbessere eine vorhandene Lösung.“ Der Funke ist auf einige ihrer Freundinnen übergesprungen, diese haben sich gerade beworben für eine Ausbildung zur Fachinformatikerin Anwendungsentwicklung.

Familienvorbild weckte Interesse an IT

Concat Jessica Kautzmann

Auch für Jessica Kautzmann stand schon früh fest, dass sie sich in Richtung Informatik orientieren würde. Die Saat legte ihre Tante in der Schweiz, die dort eine IT-Firma leitet. „Dort habe ich als Jugendliche über mehrere Jahre hinweg jeden Sommer Praktika absolviert. Meine Tante hat mir die IT nahegebracht, das fand ich super interessant“, sagt sie rückblickend. Direkt nach dem Abitur startete Jessica Kautzmann mit Wirtschaftsinformatik, als duales Studium in Mannheim und beim Hersteller Hewlett Packard Enterprise. Seit 2021 ist sie als Account Managerin im Vertrieb bei Concat AG tätig und betreut Projekte bei großen Unternehmen. Auch sie hat andere Menschen inspiriert, einen IT-Beruf zu ergreifen: „Meinen Cousin habe ich motiviert, sich für ein duales Studium im Bereich Informationstechnik zu bewerben. Er war sich anfangs unsicher, ob die IT etwas für ihn ist, wobei ihn die Prozesse dahinter immer fasziniert haben. Gerade macht er seinen Master“, freut sich Jessica Kautzmann.

Liebe zur Mathematik von Kindesbeinen an

Bei der Concat-Werkstudentin Karine Vardanyan war es die Liebe zur Mathematik, die sie schließlich zum Informatikstudium brachte. Von Kindesbeinen an wollte sie Mathematikaufgaben lösen, ihr Vater half ihr dabei. „In meiner Schulklasse gab es so gut wie kein Mädchen mit einer schlechten Note in Mathematik, das lag vor allem an der Lehrerin“, erzählt sie. In ihrem Heimatland Armenien liegt der Anteil an Frauen in IT-Berufen bei mehr als 30 Prozent, in Deutschland ist er aktuell bei 19 Prozent.

Um sich mit unbekannten Herausforderungen noch vertiefter beschäftigen und spezialisieren zu können, kam sie nach Deutschland und wählte Visual Computing für ihr Masterstudium an der TU Darmstadt. „Gerade die Bereiche Computer Vision und Maschinelles Lernen interessieren mich sehr stark, da ich hier meine mathematischen Kenntnisse kombiniert mit Algorithmen aus der Informatik anwenden kann, um viele Prozesse in den verschiedenen Bereichen zu automatisieren oder zu verbessern“, sagt sie. Eines haben alle vier Role Models gemeinsam: Niemand legte ihnen in der Kindheit Steine in den Weg, das Umfeld ließ ihnen Freiraum, um ihrer Begabung zu folgen. Diesen Freiraum hält auch Tobias Frank, Entwicklungsleiter bei Concat, für äußerst wichtig und bestätigt die zuvor genannten Studienergebnisse: „Es ist ganz wichtig, Frauen im Team zu haben.

ConcatAG Karine Vardanyan

Das verbessert die Kommunikation und Zusammenarbeit, weil mehr Perspektiven vorhanden sind.“ Für Concat insgesamt ist es wichtig, die Chancengleichheit für alle Mitarbeitenden zu fördern und zu unterstützen.

Weiterführende Informationen:

EU-Kommission: Women in Digital Scoreboard 2022

The Digital Economy and Society Index (DESI) 2022 – PDF in Deutsch

EU-Kommission: Jobs with the highest share of women in Q3 2021

BMFSFJ: Gleichstellungsbericht 2021

Get in IT – Women4Tech

Bitkom-Initiative SheTransformsIT

heise.de: Lovelace, Hopper, Hamilton & Co

Catherine Kozikowski
Leitung HR

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