
Bei starkem oder schwer vorhersehbarem Datenwachstum sollte Storage nicht nur anhand des heutigen Bedarfs geplant werden. Entscheidend sind Wachstumsprognosen, Kapazitätsreserven und ein Modell, das zusätzliche Kapazität bereitstellen kann, ohne dauerhaft große Reserven vorhalten zu müssen.
Evergreen One von Everpure verfolgt dafür einen Storage-as-a-Service-Ansatz:
Everpure gibt für Evergreen One aktuell einen Kapazitätspuffer von 25 Prozent des Reserve Commitment oder der Effective Used Capacity an – je nachdem, welcher Wert höher ist. Für den SLA gelten definierte Bedingungen und Obergrenzen.
Datenwachstum verläuft in Unternehmen nicht immer gleichmäßig. Neue Projekte, Anwendungen oder organisatorische Veränderungen können den Speicherbedarf innerhalb kurzer Zeit verändern. Eine klassische Hochrechnung aus den Verbrauchswerten der vergangenen Jahre reicht deshalb nicht in jeder Umgebung aus.
Typische Auslöser sind unter anderem:
KI-Anwendungen können große Datenbestände benötigen. Dazu gehören Trainingsdaten, Dokumentensammlungen für Retrieval-Augmented Generation (RAG), Vektordaten, Modelle sowie Zwischen- und Ergebnisdaten. Wie stark der Storage-Bedarf wächst, hängt dabei stark vom konkreten Anwendungsfall ab.
Analytics-Plattformen verarbeiten häufig Daten aus mehreren Quellen. Werden zusätzliche Datenquellen integriert oder Aufbewahrungszeiträume verlängert, kann der Speicherbedarf steigen. Auch neue Analyseverfahren können dazu führen, dass Daten länger oder in mehreren Verarbeitungsstufen gespeichert werden.
Eine neue Fachanwendung kann den Storage-Bedarf grundlegend verändern. Das gilt besonders dann, wenn sie große Datei-, Datenbank- oder Objektdatenbestände erzeugt. Bei der ursprünglichen Storage-Planung sind solche zukünftigen Anwendungen oft noch nicht bekannt.
Bei Mergers & Acquisitions können zusätzliche Datenbestände kurzfristig in die bestehende Infrastruktur integriert werden. Neben der reinen Kapazität müssen dann häufig auch Performance, Datenmigration, Backup und Aufbewahrungsanforderungen neu bewertet werden.
Längere Aufbewahrungsfristen erhöhen den Datenbestand, wenn Informationen nicht mehr nach dem ursprünglich geplanten Zeitraum gelöscht werden können. Neben gesetzlichen Vorgaben können auch interne Compliance-, Audit- oder Governance-Regeln Einfluss auf die benötigte Kapazität haben. Für die Storage-Planung bedeutet das: Historisches Wachstum ist eine wichtige Datengrundlage, aber nicht die einzige.
Überdimensionierung bedeutet, dass Unternehmen deutlich mehr Storage beschaffen, als sie aktuell benötigen. Die zusätzliche Kapazität dient als Reserve für erwartetes Wachstum. Das reduziert zwar das Risiko eines kurzfristigen Kapazitätsengpasses. Gleichzeitig wird jedoch Infrastruktur vorgehalten, deren zukünftige Nutzung nicht sicher ist.
Ein klassisches Planungsmodell kann beispielsweise so aussehen:
Je unsicherer die Wachstumsprognose ist, desto schwieriger wird diese Rechnung. Wird zu knapp geplant, kann eine frühzeitige Erweiterung notwendig werden. Wird zu großzügig geplant, steht möglicherweise über längere Zeit ungenutzte Kapazität bereit. Gerade bei stark schwankenden oder schwer prognostizierbaren Workloads wird deshalb die Frage wichtiger, wie schnell Storage auf tatsächliches Wachstum reagieren kann.
Evergreen One unterscheidet zwischen einer vereinbarten Basiskapazität und zusätzlichem Verbrauch. Die vereinbarte Kapazität wird als Reserve Commitment bezeichnet. Sie bildet den vertraglich vereinbarten Kapazitätsbedarf. Darüber hinaus kann On-Demand Capacity genutzt werden. Sie ist für zusätzlichen Bedarf vorgesehen, der über das Reserve Commitment hinausgeht.
Everpure beschreibt das Prinzip so: Die reservierte Kapazität wird zu einem niedrigeren Tarif abgerechnet als On-Demand-Kapazität. Dafür wird das Reserve Commitment unabhängig davon bezahlt, ob die gesamte reservierte Kapazität tatsächlich genutzt wird. Zusätzlicher On-Demand-Verbrauch wird separat berechnet.
Das schafft zwei unterschiedliche Instrumente:
| Bereich | Aufgabe |
| Reserve Commitment | Abdeckung des erwartbaren Grundbedarfs |
| On-Demand Capacity | Abdeckung zusätzlichen Bedarfs |
| Kapazitätspuffer | Technische Reserve für Wachstum gemäß SLA |
| Pure1 | Monitoring, Analyse und Prognose der Kapazitätsentwicklung |
Die wirtschaftlich sinnvolle Höhe des Reserve Commitment hängt deshalb stark davon ab, wie konstant oder schwankend der jeweilige Storage-Bedarf ist.
Evergreen One sieht einen Kapazitätspuffer von 25 Prozent über dem Reserve Commitment oder der Effective Used Capacity vor – je nachdem, welcher Wert höher ist. Die aktuelle Produktdokumentation nennt dafür eine Obergrenze von 1 PiB. Der Puffer soll sicherstellen, dass Infrastruktur für prognostiziertes Wachstum zur Verfügung steht.
Wichtig ist jedoch: Der Puffer bedeutet nicht, dass beliebig große und vollkommen unerwartete Kapazitätssprünge automatisch und sofort abgedeckt sind.
Die aktuelle Evergreen One-Produktdokumentation unterscheidet zwischen prognostiziertem und nicht prognostiziertem Wachstum. Für Wachstum außerhalb des vorgesehenen Puffers oder bei bestimmten Veränderungen der Datenzusammensetzung ist eine Vorabkommunikation erforderlich. Je nach Rahmenbedingungen nennt Everpure dafür mindestens 28 beziehungsweise 45 Tage. Für die Praxis bleibt Kapazitätsplanung daher notwendig. Sie verändert aber ihren Charakter.
Statt möglichst exakt vorherzusagen, welche Hardware in drei oder fünf Jahren benötigt wird, geht es stärker darum:
Pure1 ist die zentrale Management- und Analyseplattform für Everpure-Umgebungen. Bei Evergreen One kann Pure1 die Entwicklung der Kapazitätsnutzung überwachen und zukünftigen Bedarf prognostizieren. Pure1 analysiert nach Angaben des Herstellers kontinuierlich die Nutzung einer Evergreen One-Lizenz. Dabei werden Wachstumsmuster ausgewertet und Prognosen erstellt, wann die reservierte Kapazität voraussichtlich überschritten wird.
Auf dieser Grundlage kann Pure1 Empfehlungen geben, wann und um welchen Umfang das Reserve Commitment erweitert werden sollte. Everpure stellt solche Hinweise über Pure1, die Pure1 Mobile App und per E-Mail für Administratoren bereit.
Damit entsteht ein kontinuierlicher Prozess:
Messen → analysieren → prognostizieren → Kapazität anpassen
Das ist ein wesentlicher Unterschied zur punktuellen Kapazitätsplanung klassischer Beschaffungsprojekte. Monitoring ersetzt allerdings nicht die Kommunikation zwischen IT und Fachbereichen. Pure1 kann beispielsweise historische Verbrauchsmuster analysieren. Ein bevorstehendes M&A-Projekt, eine neue KI-Plattform oder die Einführung einer neuen Anwendung muss zusätzlich in die Planung einfließen.
Kostenkontrolle beginnt bei Evergreen One mit der richtigen Dimensionierung des Reserve Commitment. Ein zu hohes Reserve Commitment kann dazu führen, dass dauerhaft Kapazität bezahlt wird, die nicht benötigt wird. Ein zu niedriges Commitment kann dagegen dazu führen, dass regelmäßig On-Demand Capacity genutzt wird, die laut Hersteller zu einem höheren Tarif abgerechnet wird.
Die zentrale Planungsfrage lautet deshalb nicht: „Wie viel Storage könnten wir irgendwann maximal benötigen?“. Sondern: „Welchen Bedarf können wir sinnvoll als Grundlast einplanen und welcher Anteil sollte flexibel bleiben?“
Dabei sollten mehrere Faktoren betrachtet werden:
Das Reserve Commitment sollte regelmäßig mit diesen Faktoren abgeglichen werden.
Beispiel: Ein Unternehmen wächst von 100 auf 160 TiB
Ein vereinfachtes Beispiel zeigt, wie sich die Planung verändern kann.
Hinweis: Die folgenden Werte sind ein Rechenbeispiel und kein reales Kundenprojekt oder Preisbeispiel.
Ein Unternehmen nutzt zunächst 100 TiB Storage. Für die kommenden Jahre wird weiteres Wachstum erwartet. Wie stark dieses Wachstum ausfällt, ist jedoch unsicher. Neue Analytics-Anwendungen und ein geplantes KI-Projekt könnten den Bedarf erhöhen.
Nach zwölf Monaten liegt der tatsächliche Bedarf beispielsweise bei 120 TiB. Einige Monate später steigt er durch ein neues Projekt auf 145 TiB. Schließlich erreicht die Umgebung 160 TiB.
Bei einer klassischen Beschaffung müsste das Unternehmen bereits zu Beginn entscheiden, wie viel physische Kapazität langfristig bereitgestellt werden soll.
Es könnte beispielsweise direkt 180 oder 200 TiB einplanen, um Reserven vorzuhalten. Ob diese Kapazität tatsächlich benötigt wird und wann sie benötigt wird, steht zum Zeitpunkt der Beschaffung jedoch noch nicht fest.
Bei Evergreen One wird stattdessen ein Reserve Commitment auf Basis des erwartbaren Bedarfs definiert. Zusätzlicher Verbrauch kann über On-Demand Capacity abgefangen werden. Pure1 überwacht parallel die Entwicklung. Zeigt sich, dass der zusätzliche Verbrauch dauerhaft wird, kann das Reserve Commitment angepasst werden. Das Beispiel verdeutlicht den Unterschied:
Die Kapazitätsplanung verschwindet nicht. Sie wird kontinuierlicher und stärker am tatsächlichen Verbrauch ausgerichtet.
Evergreen One kann besonders interessant sein, wenn Storage-Bedarf grundsätzlich vorhanden ist, seine zukünftige Entwicklung aber nur eingeschränkt vorhersehbar ist.
Typische Szenarien sind:
Evergreen One ist jedoch nicht automatisch für jede Umgebung wirtschaftlich sinnvoll. Bei sehr konstantem, langfristig exakt prognostizierbarem Storage-Bedarf kann auch ein klassisches Beschaffungsmodell sinnvoll sein. Entscheidend sind unter anderem Laufzeit, Auslastung, Betriebsmodell, vorhandene Infrastruktur, Wachstumsprofil und Kostenstruktur. Deshalb sollte die Entscheidung nicht ausschließlich anhand des Preises pro Kapazitätseinheit getroffen werden.
Als Concat betrachten wir bei der Storage-Planung nicht nur den aktuell belegten Speicherplatz. Entscheidend ist, wie sich Workloads, Kapazität, Performance und betriebliche Anforderungen entwickeln.
Dafür betrachten wir unter anderem:
Auf dieser Basis können wir gemeinsam mit Ihnen bewerten, wie hoch ein sinnvolles Reserve Commitment sein könnte und welche Wachstumsszenarien berücksichtigt werden sollten. Evergreen One betrachten wir dabei nicht isoliert als Finanzierungsmodell. Entscheidend ist, ob das technische und wirtschaftliche Modell zu Ihren Workloads und Ihrer langfristigen Storage-Strategie passt.
Unvorhersehbares Datenwachstum macht klassische Storage-Planung schwieriger. Je größer der Planungshorizont, desto größer kann die Abweichung zwischen prognostiziertem und tatsächlichem Bedarf werden.
Evergreen One verändert deshalb vor allem den Planungsansatz. Unternehmen definieren einen erwartbaren Grundbedarf über das Reserve Commitment. Zusätzlicher Bedarf kann über On-Demand Capacity abgedeckt werden. Ein SLA-basierter Kapazitätspuffer schafft zusätzlichen Spielraum, während Pure1 Verbrauch und Wachstum überwacht und Prognosen unterstützt.
Kapazitätsplanung wird dadurch nicht überflüssig. Sie wird zu einem kontinuierlichen Prozess, bei dem tatsächliche Nutzung, erwartetes Wachstum und bekannte Veränderungen regelmäßig miteinander abgeglichen werden.
Als Concat unterstützen wir Sie dabei, bestehende Storage-Umgebungen, Workloads, Wachstumsentwicklung und zukünftige Anforderungen zu analysieren. Auf dieser Basis lässt sich bewerten, ob und wie ein Storage-as-a-Service-Modell wie Evergreen One zu Ihrer Infrastruktur und Kostenstruktur passt.
Planen Sie zunächst den belastbar vorhersehbaren Grundbedarf und berücksichtigen Sie anschließend Wachstumsszenarien und kurzfristige Kapazitätsspitzen. Bei Evergreen One können Reserve Commitment, On-Demand Capacity, Kapazitätspuffer und Pure1-Prognosen dafür kombiniert werden.
Das Reserve Commitment ist die vertraglich vereinbarte Kapazität eines Evergreen One-Abonnements. Es dient als planbare Grundkapazität und wird unabhängig davon berechnet, ob die reservierte Kapazität vollständig genutzt wird.
On-Demand Capacity ist zusätzlicher Storage-Verbrauch oberhalb des Reserve Commitment. Dadurch können Unternehmen zusätzlichen Bedarf abdecken, ohne diesen vollständig als Grundkapazität reservieren zu müssen. Laut Everpure wird On-Demand-Nutzung zu einem höheren Tarif als reservierte Kapazität abgerechnet.
Everpure garantiert gemäß aktueller Produktdokumentation einen Puffer von 25 Prozent über dem Reserve Commitment oder der Effective Used Capacity – je nachdem, welcher Wert höher ist – bis zu den im SLA definierten Grenzen. Für prognostiziertes und nicht prognostiziertes Wachstum gelten unterschiedliche Bedingungen.
Pure1 analysiert die Nutzung und historische Wachstumsmuster einer Evergreen One-Umgebung. Daraus kann die Plattform prognostizieren, wann das Reserve Commitment voraussichtlich überschritten wird, und Empfehlungen zur Erweiterung geben.
Eine sehr große Reserve reduziert zwar das Risiko kurzfristiger Engpässe, kann aber zu dauerhaft ungenutzter Kapazität führen. Bei Evergreen One ist deshalb die Balance zwischen Reserve Commitment und flexibler On-Demand-Nutzung wichtig.
Das Reserve Commitment sollte überprüft werden, wenn zusätzlicher Verbrauch nicht nur kurzfristig auftritt, sondern dauerhaft wird. Pure1 kann anhand der Nutzungsentwicklung Empfehlungen liefern, wann und in welchem Umfang eine Anpassung sinnvoll sein könnte.
Evergreen One kann für Unternehmen interessant sein, deren Storage-Bedarf wächst oder nur eingeschränkt langfristig prognostizierbar ist. Dazu gehören beispielsweise Umgebungen mit neuen Anwendungen, KI, Analytics, wechselnden Workloads oder größeren organisatorischen Veränderungen.

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