
Kurzantwort: Was ist HPE OneView?
HPE OneView ist eine softwaredefinierte Managementplattform von Hewlett Packard Enterprise (HPE). Sie dient dazu, Server, Storage und Netzwerkressourcen zentral zu verwalten, zu überwachen und zu automatisieren.
Die wichtigsten Merkmale:
Besonders interessant ist HPE OneView deshalb für Unternehmen, die größere oder standardisierte HPE-Infrastrukturen betreiben und wiederkehrende administrative Aufgaben automatisieren möchten.
Mit der Größe einer IT-Infrastruktur steigt in der Regel auch der Verwaltungsaufwand. Server müssen konfiguriert, Firmwarestände gepflegt, Netzwerkverbindungen eingerichtet und Storage-Ressourcen zugeordnet werden. Werden diese Aufgaben für viele Systeme einzeln durchgeführt, entstehen zahlreiche wiederkehrende Arbeitsschritte. Gleichzeitig können sich Konfigurationen mit der Zeit voneinander unterscheiden.
Gerade in größeren Rechenzentren wird deshalb eine zentrale Verwaltung interessant.HPE OneView verfolgt genau diesen Ansatz. Die Plattform bündelt das Management verschiedener Infrastrukturkomponenten und verbindet es mit standardisierten Konfigurationen und Automatisierung. Statt jeden Server vollständig individuell zu konfigurieren, lassen sich gewünschte Zustände über Profile und Templates definieren und auf geeignete Systeme übertragen.
HPE OneView ist eine Software-Defined-Infrastructure-Managementplattform für die zentrale Verwaltung und Automatisierung von IT-Infrastruktur. Wir als Concat sehen OneView als zentrale Oberfläche zur Verwaltung und Überwachung von Server-, Storage- und Netzwerkressourcen. Die Plattform ist insbesondere auf On-Premises-Infrastrukturen, Dark-Site-Umgebungen und HPE Synergy ausgerichtet.
Der Ansatz unterscheidet sich damit von einer rein serverbezogenen Administration. Anstatt einzelne Systeme ausschließlich separat zu verwalten, betrachtet HPE OneView Infrastrukturressourcen übergreifend. Dazu gehören beispielsweise Serverhardware, Firmware, Netzwerkverbindungen und unterstützte Storage-Ressourcen.
Eine wichtige Rolle spielen dabei softwaredefinierte Ressourcen wie:
Damit lässt sich nicht nur der aktuelle Zustand der Infrastruktur betrachten. Gewünschte Konfigurationen können definiert, wiederverwendet und auf geeignete Hardware angewendet werden.
HPE OneView bildet physische Infrastruktur als softwaredefinierte Ressourcen ab. Administratoren verwalten diese Ressourcen über eine zentrale Oberfläche oder über die REST API. Wiederkehrende Konfigurationen können über Templates und Profile standardisiert werden. Das Grundprinzip lässt sich vereinfacht in drei Schritte unterteilen:
Dadurch verändert sich die Administration. Nicht jede Einstellung muss bei jedem neuen Server erneut manuell vorgenommen werden. Stattdessen wird eine definierte Soll-Konfiguration wiederverwendet.
Zentrale Benutzeroberfläche
HPE OneView stellt eine zentrale Oberfläche für die Verwaltung und Überwachung der unterstützten Infrastruktur bereit. Administratoren erhalten damit einen gemeinsamen Blick auf unterschiedliche Ressourcen. Das reduziert den Wechsel zwischen einzelnen Managementwerkzeugen. Welche Funktionen für ein bestimmtes System zur Verfügung stehen, hängt allerdings von Hardware, Generation, Betriebsmodus und der eingesetzten OneView-Version ab.
REST API
Neben der grafischen Oberfläche stellt HPE OneView eine REST API bereit. Die API folgt einer ressourcenorientierten Architektur und ermöglicht unter anderem den Aufbau von Skripten und Integrationen. Die HPE-Dokumentation führt für HPE OneView 11.2 die REST-API-Version 8600 auf. HPE weist außerdem darauf hin, dass API-Versionen für einen begrenzten Zeitraum unterstützt werden. Damit kann OneView Bestandteil weiterführender Automatisierungsprozesse werden.
Server Profiles und Server Profile Templates
Server Profiles und Server Profile Templates gehören zu den wichtigsten Konzepten von HPE OneView. Sie ermöglichen es, die Konfiguration physischer Server stärker zu standardisieren und wiederverwendbar zu machen.
Ein Server Profile beschreibt die Konfiguration, die einem verwalteten Server zugewiesen wird. Abhängig von der verwendeten Hardware und Umgebung können darüber unter anderem Einstellungen für folgende Bereiche verwaltet werden:
Ein verwalteter Server kann durch die Zuweisung eines Server Profiles entsprechend konfiguriert werden. HPE unterscheidet dabei zwischen lediglich überwachten und tatsächlich verwalteten Servern. Server Profiles stehen für verwaltete Serverhardware zur Verfügung.
Ein Server Profile Template dient als Vorlage für Server Profiles. Damit lässt sich definieren, wie eine bestimmte Gruppe von Servern grundsätzlich konfiguriert werden soll. Ein Unternehmen könnte beispielsweise ein Template für einen bestimmten Servertyp oder Einsatzzweck definieren. Darin werden die gewünschten Einstellungen hinterlegt. Neue Server Profiles können anschließend auf Basis dieser standardisierten Konfiguration aufgebaut werden. Der entscheidende Vorteil liegt in der Wiederholbarkeit. Statt dieselben Einstellungen bei jedem System erneut festzulegen, wird eine definierte Konfiguration als Vorlage verwendet.
Der genaue Funktionsumfang hängt von der unterstützten Hardware ab. HPE dokumentiert jedoch unter anderem die Verwaltung von Firmware-Baselines, Boot-Einstellungen, Netzwerkverbindungen und SAN-Storage innerhalb von Profiles und Templates. Dadurch können beispielsweise mehrere Server nach denselben Vorgaben betrieben werden. Das hilft auch dabei, sogenannte Configuration Drift zu reduzieren. Damit sind unbeabsichtigte Unterschiede zwischen eigentlich gleich konfigurierten Systemen gemeint. HPE OneView kann beispielsweise überwachen, ob eine Firmwarekonfiguration von einer zugewiesenen Baseline abweicht.
HPE OneView unterstützt verschiedene HPE-Infrastrukturplattformen. Der konkrete Funktionsumfang hängt jedoch von Produktgeneration, Modell und OneView-Version ab. HPE nennt in den aktuellen QuickSpecs unter anderem:
Auch verschiedene Storage-Plattformen wie HPE Primera, HPE 3PAR StoreServ, HPE Alletra 6000 und 9000 sowie HPE Nimble werden in den aktuellen QuickSpecs aufgeführt. Das bedeutet jedoch nicht, dass jedes Modell sämtliche OneView-Funktionen unterstützt. Vor einer Einführung oder einem Upgrade sollte deshalb die aktuelle HPE OneView Support Matrix geprüft werden. Sie dokumentiert die unterstützten Hardware- und Softwarekombinationen.
Automatisierung mit HPE OneView
Automatisierung ist ein wesentlicher Bestandteil von HPE OneView. Die Plattform soll wiederkehrende manuelle Konfigurationsaufgaben reduzieren und Infrastruktur über definierte Zustände verwaltbar machen. Ein Beispiel ist die Firmwareverwaltung. In einem Server Profile oder Server Profile Template kann eine Firmware-Baseline festgelegt werden. Je nach Servergeneration stehen unterschiedliche Installationsrichtlinien und Verfahren zur Verfügung.
Auch Netzwerk- und Storage-Konfigurationen können Teil eines Profils sein. Bei unterstützten Storage-Systemen lassen sich beispielsweise Volumes über Server Profiles anbinden. HPE OneView kann zudem bei entsprechenden Konfigurationen SAN-Zoning automatisieren.
Automatisierung über die REST API
Für weitergehende Automatisierung stellt HPE OneView seine REST API bereit. Dadurch lassen sich Infrastrukturprozesse über Skripte oder andere Management- und Automatisierungswerkzeuge ansprechen. Das ist beispielsweise interessant, wenn Bereitstellungsprozesse nicht isoliert innerhalb von OneView stattfinden sollen, sondern Teil eines übergeordneten Workflows sind. Ein Prozess könnte beispielsweise folgende Schritte miteinander verbinden:
Welche Schritte sich konkret automatisieren lassen, hängt von der jeweiligen Umgebung und den unterstützten Ressourcen ab.
Infrastructure as Code
HPE ordnet Server Profiles und Server Profile Templates ausdrücklich in den Ansatz einer als Code verwalteten physischen Infrastruktur ein. Das Prinzip ähnelt Infrastructure as Code: Die gewünschte Konfiguration wird möglichst reproduzierbar beschrieben und anschließend automatisiert angewendet. Bei HPE OneView betrifft dies insbesondere die physische Infrastruktur. Für Unternehmen mit standardisierten Serverkonfigurationen kann dieser Ansatz den manuellen Aufwand bei Bereitstellung und Änderungen deutlich reduzieren.
HPE OneView und HPE Integrated Lights-Out (iLO) erfüllen unterschiedliche Aufgaben und ergänzen sich.
| HPE OneView | HPE iLO |
| zentrales Infrastrukturmanagement | Management eines einzelnen Servers |
| Verwaltung und Überwachung vieler Ressourcen | direkter Out-of-Band-Zugriff auf einen Server |
| Server Profiles und Templates | Remote-Konsole |
| Standardisierung und Automatisierung | Hardwarezustand und Serverdiagnose |
| Verwaltung infrastruktureller Konfigurationen | Ein-/Ausschalten und Neustarten eines Servers |
| REST API für Infrastrukturautomatisierung | servernahes Remote-Management |
HPE iLO ist direkt in HPE ProLiant Server integriert. Die Technologie arbeitet unabhängig vom Betriebssystem und ermöglicht unter anderem Remote-Zugriff, Hardwareüberwachung und Energieverwaltung. HPE OneView arbeitet dagegen auf einer übergeordneten Ebene. Das zeigt auch die Integration beider Produkte: Aus HPE OneView heraus kann für unterstützte Systeme die iLO Remote Console gestartet werden. OneView ersetzt iLO deshalb nicht. Beide Lösungen adressieren unterschiedliche Ebenen des Infrastrukturmanagements.
Der Nutzen von HPE OneView liegt vor allem in Zentralisierung, Standardisierung und Automatisierung.
Zentrale Verwaltung
Server-, Netzwerk- und Storage-Ressourcen können innerhalb einer gemeinsamen Managementplattform zusammengeführt werden. Das verbessert insbesondere bei größeren Infrastrukturen die Übersicht.
Standardisierte Konfigurationen
Server Profiles und Templates ermöglichen reproduzierbare Konfigurationen. Damit müssen identische Einstellungen nicht für jedes System erneut manuell vorgenommen werden.
Weniger manuelle Arbeitsschritte
Wiederkehrende Aufgaben lassen sich über Templates, Profile und APIs standardisieren oder automatisieren. Das ist insbesondere bei häufigen Bereitstellungen relevant.
Schnellere Bereitstellung
Eine bereits definierte Konfiguration kann für neue Systeme wiederverwendet werden. Administratoren müssen dadurch nicht sämtliche Infrastrukturparameter jedes Mal neu festlegen.
Reduzierung von Konfigurationsabweichungen
Werden gleichartige Systeme manuell konfiguriert, können mit der Zeit Unterschiede entstehen. Templates und definierte Baselines helfen dabei, einen einheitlicheren Soll-Zustand vorzugeben und Abweichungen erkennbar zu machen.
Integration in Automatisierungsprozesse
Über die REST API kann HPE OneView in weiterführende Management-, DevOps- und Automatisierungsprozesse integriert werden. HPE stellt hierfür ein ressourcenorientiertes API-Modell bereit.
HPE OneView ist nicht automatisch für jede Serverumgebung die passende Managementlösung. Ein wesentlicher Punkt ist die Kompatibilität. Funktionen unterscheiden sich je nach Servergeneration, Hardwaretyp, Storage-System und eingesetzter OneView-Version. Vor einer Einführung sollten deshalb insbesondere folgende Punkte geprüft werden:
Bei überwachten Servern stehen beispielsweise nicht dieselben Möglichkeiten wie bei verwalteter Serverhardware zur Verfügung. HPE dokumentiert ausdrücklich, dass für überwachte Hardware keine Server Profiles verwaltet werden können. Auch bei Änderungen an Profilen muss berücksichtigt werden, dass Konfigurationen Auswirkungen auf produktive Systeme haben können. Eine zentrale Managementplattform ersetzt deshalb nicht die Planung von Wartungsfenstern, Change-Prozessen und Tests.
HPE OneView ist besonders für Unternehmen interessant, die mehrere unterstützte HPE-Systeme betreiben und ihre Infrastruktur stärker standardisieren möchten.
Typische Einsatzfelder sind:
Der Nutzen steigt tendenziell mit der Zahl wiederkehrender Aufgaben und gleichartig konfigurierter Systeme. Bei wenigen einzelnen Servern kann der Mehrwert dagegen geringer ausfallen. Wenn jedes System eine individuelle Konfiguration besitzt und kaum wiederkehrende Prozesse existieren, ist der zusätzliche Aufbau einer zentralen Management- und Automatisierungsebene nicht zwangsläufig erforderlich.
HPE OneView in der Praxis: Bereitstellung eines neuen Servers
Ein typisches Beispiel für den Einsatz von HPE OneView ist die standardisierte Bereitstellung eines neuen Servers. Ohne zentrale Standardisierung müssten Administratoren verschiedene Einstellungen einzeln vornehmen. Dazu können je nach Umgebung beispielsweise Firmware, BIOS, Bootreihenfolge, Netzwerkverbindungen und Storage-Anbindungen gehören. Mit HPE OneView lässt sich dafür ein Server Profile Template verwenden.
Eine mögliche Vorgehensweise sieht vereinfacht so aus:
HPE dokumentiert beispielsweise, dass Boot-Verhalten, Firmware-Baselines, Netzwerkverbindungen und SAN-Storage über Server Profiles beziehungsweise Server Profile Templates verwaltet werden können. Der praktische Vorteil liegt in der Reproduzierbarkeit. Statt eine bekannte Konfiguration bei jedem neuen System erneut manuell nachzubauen, wird sie als definierter Standard verwendet. Gerade bei mehreren ähnlich aufgebauten Servern kann dies den operativen Aufwand reduzieren und gleichzeitig die Konsistenz der Infrastruktur verbessern.
HPE OneView verbindet zentrales Infrastrukturmanagement mit Standardisierung und Automatisierung. Ein wesentlicher Vorteil liegt in Server Profiles und Server Profile Templates. Wiederkehrende Konfigurationen können damit definiert und reproduzierbar auf geeignete Systeme übertragen werden. Die REST API erweitert diesen Ansatz und ermöglicht die Integration in weiterführende Automatisierungsprozesse.
Besonders interessant ist HPE OneView deshalb für größere oder standardisierte HPE-Infrastrukturen. Je mehr Systeme nach gemeinsamen Vorgaben betrieben werden, desto stärker können zentrale Templates und automatisierbare Prozesse ihre Vorteile ausspielen. Bei kleineren Umgebungen sollte dagegen geprüft werden, ob der zusätzliche Management-Layer tatsächlich einen ausreichenden praktischen Nutzen bietet.
HPE OneView ist eine softwaredefinierte Infrastrukturmanagementplattform von Hewlett Packard Enterprise. Sie zentralisiert die Verwaltung und Überwachung unterstützter Server-, Storage- und Netzwerkressourcen und bietet Funktionen zur Standardisierung und Automatisierung.
HPE OneView unterstützt verschiedene HPE-Server-, Storage- und Netzwerkplattformen. Dazu gehören unter anderem ausgewählte HPE ProLiant Systeme, HPE Synergy sowie verschiedene Storage- und Networking-Produkte. Der genaue Funktionsumfang hängt von Modell und OneView-Version ab.
Ein Server Profile definiert verwaltete Konfigurationseinstellungen für einen Server. Je nach Hardware können dazu beispielsweise Firmware-, BIOS-, Boot-, Netzwerk- und Storage-Einstellungen gehören. Das Profile wird geeigneter verwalteter Serverhardware zugewiesen.
Ein Server Profile Template ist eine wiederverwendbare Vorlage für Server Profiles. Es ermöglicht, standardisierte Konfigurationen zu definieren und für mehrere Systeme beziehungsweise Profile zu verwenden.
HPE OneView dient dem zentralen Management und der Automatisierung von Infrastruktur. HPE iLO ist dagegen eine direkt im HPE ProLiant Server integrierte Out-of-Band-Managementtechnologie für einzelne Server. Beide Lösungen ergänzen sich.
Ja. HPE OneView ist für die zentrale Verwaltung mehrerer unterstützter Systeme ausgelegt. Laut aktuellem HPE-Datenblatt kann eine virtuelle OneView-Appliance bis zu 2.500 verwaltete beziehungsweise überwachte Server skalieren. Der konkrete Aufbau und die unterstützten Funktionen hängen von der jeweiligen Umgebung ab.
Ja. HPE OneView stellt eine REST API bereit, über die Ressourcen angesprochen und administrative Prozesse in Skripte oder übergeordnete Automatisierungsplattformen integriert werden können.
HPE OneView ist vor allem für Unternehmen mit mehreren unterstützten HPE-Systemen, standardisierten Serverkonfigurationen und einem Bedarf an zentralem Infrastrukturmanagement oder Automatisierung interessant. Bei wenigen, stark individuell verwalteten Servern kann der zusätzliche Nutzen geringer sein.


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