
Beim klassischen Storage-Kauf erwirbt ein Unternehmen die benötigte Infrastruktur und dimensioniert sie für den erwarteten Bedarf. Evergreen One verfolgt einen anderen Ansatz: Storage wird als laufender Service mit einer vereinbarten Mindestnutzung und verbrauchsabhängigen Komponenten bereitgestellt.
Die wichtigsten Unterschiede:
Welche Variante wirtschaftlich sinnvoller ist, hängt deshalb stark von Workloads, Wachstum, Nutzungsdauer und internen Betriebsstrukturen ab.
Unternehmen können Enterprise Storage grundsätzlich auf zwei unterschiedliche Arten beziehen: Sie können die Infrastruktur selbst kaufen oder Storage als laufenden Service nutzen.
Beim klassischen Modell wird Hardware beschafft, installiert und über mehrere Jahre betrieben. Die benötigte Kapazität muss deshalb weitgehend im Voraus geplant werden.
Storage-as-a-Service, kurz STaaS, verschiebt dieses Prinzip. Unternehmen beziehen definierte Storage-Leistungen über ein Abonnement beziehungsweise einen Servicevertrag.
Everpure Evergreen One gehört zu dieser zweiten Kategorie. Everpure beschreibt Evergreen One als verbrauchsorientierten Storage-Service mit garantierten SLAs und kontinuierlicher Modernisierung.
Beide Modelle haben ihre Berechtigung. Entscheidend ist, welches Modell besser zur jeweiligen IT-, Finanz- und Wachstumsstrategie passt.
Beim klassischen Storage-Kauf erwirbt das Unternehmen die benötigte Storage-Infrastruktur. Die Dimensionierung orientiert sich dabei nicht nur am aktuellen Speicherbedarf, sondern meist auch am erwarteten Wachstum.
Das Unternehmen trägt damit einen großen Teil der Verantwortung selbst:
Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass klassische Storage-Systeme regelmäßig komplett ersetzt werden müssen. Moderne Programme wie Everpure Evergreen//Forever ermöglichen beispielsweise auch bei gekauften Systemen kontinuierliche Hardware- und Software-Upgrades.
Ein klassischer Storage-Kauf wird typischerweise mit einer größeren Investition zu Beginn verbunden.
Das Unternehmen bezahlt beispielsweise:
Damit wird ein erheblicher Teil der Kosten vor der eigentlichen Nutzung festgelegt.
Für Unternehmen mit stabilen Anforderungen kann das sinnvoll sein. Die Kosten für die Infrastruktur sind früh bekannt und das Unternehmen besitzt die Hardware.
Eine zentrale Herausforderung des klassischen Kaufs ist die Kapazitätsplanung. Ein Storage-System wird selten ausschließlich für den aktuellen Bedarf beschafft. IT-Abteilungen müssen abschätzen, wie sich die Datenmenge während der geplanten Nutzungsdauer entwickelt.
Dabei spielen unter anderem folgende Faktoren eine Rolle:
Ist die Prognose zu hoch, wird möglicherweise Kapazität gekauft, die lange ungenutzt bleibt.
Ist sie zu niedrig, müssen früher als geplant zusätzliche Systeme oder Erweiterungen beschafft werden.
Storage-Hardware hat einen technischen und wirtschaftlichen Lebenszyklus.
Im Laufe der Zeit können beispielsweise neue Anforderungen an Kapazität, Performance oder Energieeffizienz entstehen. Auch neue Hardwaregenerationen und Softwarefunktionen können eine Modernisierung sinnvoll machen. Wie aufwendig dieser Lifecycle ist, hängt stark vom Hersteller und vom gewählten Betriebsmodell ab. Bei klassischen Legacy-Architekturen können größere Refresh-Projekte notwendig werden. Moderne Evergreen-Modelle versuchen dagegen, Controller, Medien und Software schrittweise zu aktualisieren, ohne die komplette Plattform auszutauschen.
Storage-as-a-Service stellt Storage als laufenden Dienst bereit. Unternehmen beziehen damit nicht primär eine bestimmte Menge gekaufter Hardware, sondern einen definierten Storage-Service. Everpure beschreibt Evergreen One als Storage-as-a-Service-Plattform für Block-, File- und Object-Storage. Abhängig vom gebuchten Service gelten definierte Leistungs- und Serviceparameter.
Das verändert vor allem drei Bereiche:
Storage-as-a-Service verschiebt einen größeren Teil der Kosten von der einmaligen Infrastrukturinvestition zu laufenden Servicezahlungen.
Deshalb wird das Modell häufig mit OPEX, also operativen Ausgaben, in Verbindung gebracht.
Eine wichtige Einschränkung: Ein As-a-Service-Vertrag bedeutet nicht automatisch, dass sämtliche Kosten bilanziell als OPEX behandelt werden können.
Die konkrete Bilanzierung hängt unter anderem vom Vertrag, den Rechnungslegungsvorschriften und der Unternehmensstruktur ab. Finance oder Accounting sollten deshalb frühzeitig in die Bewertung einbezogen werden. Aus Sicht der IT-Budgetierung bleibt der zentrale Unterschied dennoch bestehen: Statt viel Infrastruktur im Voraus zu kaufen, werden Kosten stärker über die Vertragslaufzeit und die Nutzung verteilt.
Verbrauch: Bezahlt wird nicht einfach die installierte Kapazität
Bei einem verbrauchsorientierten Modell ist die physisch vorhandene Kapazität nicht automatisch identisch mit der abgerechneten Nutzung. Für Evergreen One definiert Everpure ein Reserve Commitment. Das ist eine vertraglich vereinbarte Mindestnutzung. Wird diese überschritten, entsteht On-Demand-Verbrauch.
Laut den aktuellen Evergreen One-Nutzungsbedingungen gilt:
Damit ist Evergreen One kein Modell ohne Mindestverpflichtung. Unternehmen sollten Reserve Commitment, erwartetes Wachstum und On-Demand-Preise deshalb gemeinsam betrachten.
SLAs: Storage-Leistung wird vertraglich definiert
Ein weiterer Unterschied liegt in den Service Level Agreements, kurz SLAs. Ein SLA definiert messbare Leistungs- oder Serviceziele.
Everpure nennt für Evergreen One unter anderem SLAs für:
Für die Verfügbarkeit nennt Everpure aktuell ein SLA von 99,9999 Prozent. Außerdem wird ein SLA für keine geplante Ausfallzeit bei Upgrades oder Wartung ausgewiesen.
Welche SLAs konkret gelten, hängt vom gebuchten Service und den Vertragsbedingungen ab.
| Kriterium | Klassischer Storage-Kauf | Evergreen One |
| Investition | Größere Investition bei Beschaffung | Laufendes Abonnement mit Reserve Commitment und gegebenenfalls On-Demand-Nutzung |
| Kostenstruktur | Stark durch Anschaffung und spätere Erweiterungen geprägt | Stärker an Vertragslaufzeit und Nutzung gekoppelt |
| Skalierung | Erweiterungen müssen geplant und beschafft werden | Infrastruktur wird im Rahmen des Service erweitert |
| Kapazitätsplanung | Bedarf muss stärker im Voraus dimensioniert werden | Reserve Commitment plus Kapazitätspuffer und On-Demand-Nutzung |
| Betrieb | Größere Verantwortung beim Unternehmen bzw. Dienstleister | Teile des Lifecycle- und Infrastrukturmanagements übernimmt Everpure |
| Refresh | Abhängig von Plattform und Wartungsmodell | Kontinuierliche Modernisierung ist Teil des Servicekonzepts |
| SLAs | Abhängig von Hardware, Support und Betriebsmodell | Definierte Evergreen One-Service-Level |
| Finanzielles Risiko | Risiko von Über- oder Unterdimensionierung | Risiko verschiebt sich stärker auf Commitment, Verbrauch und Vertragsgestaltung |
| Eigentum | Hardware gehört dem Unternehmen | Service-Infrastruktur wird als Teil des Service bereitgestellt |
Die Tabelle zeigt bewusst keine pauschale Gewinnerseite. Die wirtschaftlich bessere Variante hängt vom konkreten Einsatzszenario ab.
Evergreen One kombiniert bereitgestellte Everpure-Infrastruktur mit einem verbrauchsorientierten Abonnement und definierten SLAs. Unternehmen wählen zunächst den benötigten Storage-Service und die entsprechenden Leistungsanforderungen. Everpure bietet verschiedene Kategorien für unterschiedliche Workloads an. Dazu gehören unter anderem Block- und File-Storage, File- und Object-Storage, Data Repository Services sowie spezielle Angebote für KI und weitere Einsatzbereiche.
Die Nutzung wird über Pure1 überwacht und verwaltet.
Das Grundprinzip besteht aus drei Komponenten:
Zusätzlich stellt Everpure Infrastruktur bereit, um vereinbarte Kapazitäts- und Performance-Anforderungen zu erfüllen.
Verbrauchsbasiert bedeutet bei Evergreen One nicht, dass keinerlei feste Verpflichtung besteht.
Das Unternehmen vereinbart zunächst ein Reserve Commitment. Everpure definiert dieses bei klassischen Evergreen One-Kapazitätsservices als Mindestnutzung der sogenannten „Effective Usable Capacity“. Diese Kapazität beschreibt vereinfacht die effektive Datenmenge, die vom Host in die Evergreen One-Umgebung geschrieben wird, einschließlich bestimmter zusätzlicher Snapshot-Daten.
Liegt die tatsächliche Nutzung oberhalb des Reserve Commitments, wird der zusätzliche Verbrauch als On-Demand-Nutzung abgerechnet.
Ein vereinfachtes Beispiel:
Ein Unternehmen vereinbart eine bestimmte Basiskapazität. Solange die Nutzung innerhalb dieses Commitments liegt, fällt die vereinbarte Grundvergütung an. Steigt der tatsächliche Verbrauch darüber, wird die zusätzliche Nutzung separat berechnet. Die konkreten Preise, Mindestkapazitäten und Vertragslaufzeiten unterscheiden sich je nach Service Tier und Vertrag. Deshalb sollte „Pay per Use“ nicht mit „keine Mindestverpflichtung“ gleichgesetzt werden.
Evergreen One ist darauf ausgelegt, zusätzliche Infrastruktur bereitzustellen, bevor die vorhandene Kapazität vollständig ausgeschöpft ist.
Besonders relevant ist dabei das Buffer Capacity SLA.
Der aktuelle Evergreen One Product Guide beschreibt einen Kapazitätspuffer von 25 Prozent auf Basis des Reserve Commitments oder der effektiven Nutzung – je nachdem, welcher Wert höher ist. Für dieses SLA gelten weitere Bedingungen und Obergrenzen. Der Puffer bedeutet nicht, dass diese Kapazität kostenlos genutzt werden kann. Er stellt sicher, dass technische Kapazität für erwartetes Wachstum zur Verfügung steht. Die Abrechnung richtet sich weiterhin nach Reserve Commitment und tatsächlicher Nutzung.
Bei außergewöhnlichem oder ungeplantem Wachstum gelten zudem Melde- und Planungsanforderungen. Für IT-Leiter ist deshalb wichtig: Storage-as-a-Service reduziert die Notwendigkeit, mehrere Jahre Kapazität im Voraus physisch zu beschaffen. Eine Kapazitätsprognose bleibt trotzdem erforderlich. Sie wird nur anders genutzt.
Ein klassischer Storage-Kauf kann sinnvoll sein, wenn Bedarf und Wachstum gut vorhersehbar sind.
Typische Voraussetzungen können sein:
Auch regulatorische, organisatorische oder finanzielle Vorgaben können für einen Kauf sprechen. Zudem sollte zwischen klassischem Legacy-Storage und modernen Kauflösungen unterschieden werden.
Everpure bietet beispielsweise mit Evergreen//Forever ein CAPEX-orientiertes Eigentumsmodell an, das kontinuierliche Controller-, Software- und Hardwaremodernisierung ermöglicht. Ein Kauf muss deshalb nicht zwangsläufig klassische „Forklift Upgrades“ bedeuten.
Evergreen One ist vor allem dann prüfenswert, wenn Kapazitätsentwicklung oder zukünftige Anforderungen schwer vorhersehbar sind.
Beispiele sind:
Auch für Unternehmen, die Storage-Ausgaben stärker mit dem tatsächlichen Wachstum koppeln möchten, kann das Modell interessant sein.
Evergreen One ist allerdings nicht automatisch günstiger als gekaufter Storage. Ein hoher, stabiler Verbrauch über viele Jahre kann beispielsweise zu einer anderen wirtschaftlichen Bewertung führen als eine stark wachsende oder schwer prognostizierbare Umgebung. Genau deshalb sollte nicht nur der Preis pro TiB betrachtet werden.
Ein sinnvoller Vergleich betrachtet die Total Cost of Ownership, kurz TCO.
Dabei sollten sämtliche relevanten Kosten über denselben Betrachtungszeitraum berücksichtigt werden.
Aktuellen Storage-Verbrauch ermitteln
Zunächst werden die vorhandenen Systeme analysiert.
Relevant sind beispielsweise:
Wachstum realistisch modellieren
Ein einzelner Ausgangswert reicht nicht aus.
Sinnvoll sind mindestens drei Szenarien:
Damit wird sichtbar, wie stark das Ergebnis von Prognosen abhängt.
Investitionen des Kaufmodells erfassen
Dazu gehören beispielsweise:
Betriebskosten berücksichtigen
Häufig unterschätzt werden laufende Kosten.
Dazu können gehören:
Lifecycle und Migration einrechnen
Auch ein späterer Plattformwechsel kann Kosten verursachen.
Zu betrachten sind:
Evergreen One-Vertrag vollständig modellieren
Bei Evergreen One sollten mindestens berücksichtigt werden:
Mehrere Jahre vergleichen
Ein Vergleich nur für das erste Jahr ist meist wenig aussagekräftig.
Für eine Storage-Infrastruktur ist ein mehrjähriger Betrachtungszeitraum sinnvoll. Beide Modelle sollten dabei dieselben Workloads, Wachstumsannahmen und Serviceanforderungen abbilden. Erst dann lässt sich beurteilen, welches Betriebsmodell für das Unternehmen wirtschaftlich sinnvoller ist. Weiterführende Informationen zu Evergreen One und zur Einordnung in bestehende Storage-Umgebungen stellt Ihnen auch Concat bereit.
Storage-Kauf und Storage-as-a-Service lösen dasselbe Grundproblem mit unterschiedlichen wirtschaftlichen und betrieblichen Modellen.
Beim klassischen Kauf wird Infrastruktur früh dimensioniert und beschafft. Das bietet Eigentum und eine klar definierte Investition, erfordert aber eine belastbare Kapazitäts- und Lifecycle-Planung.
Evergreen One verschiebt den Ansatz hin zu einem laufenden Storage-Service. Das Modell kombiniert ein Reserve Commitment mit zusätzlichem On-Demand-Verbrauch und definierten SLAs. Kapazitätsreserven und kontinuierliche Modernisierung sollen dabei einen Teil des klassischen Infrastruktur- und Lifecycle-Managements reduzieren.
Welche Variante besser passt, lässt sich nicht pauschal beantworten.
Für eine belastbare Entscheidung sollten IT-Leiter deshalb Kapazitätswachstum, Performance, Investitionen, laufende Betriebskosten, Personalaufwand, Lifecycle und Vertragskosten über denselben Zeitraum vergleichen.
Evergreen One ist ein Storage-as-a-Service-Angebot von Everpure. Unternehmen nutzen Storage über ein Abonnement mit definierten Service Level Agreements, einem Reserve Commitment und verbrauchsabhängigen Komponenten.
Evergreen One kombiniert eine vereinbarte Mindestnutzung mit zusätzlichem On-Demand-Verbrauch. Das Reserve Commitment wird zum vereinbarten Tarif berechnet. Nutzung oberhalb dieses Commitments wird nach dem geltenden On-Demand-Tarif abgerechnet.
Das Reserve Commitment ist die vertraglich vereinbarte Mindestnutzung eines Evergreen One-Service. Es bildet damit die wirtschaftliche Basis des Abonnements. Die tatsächliche Nutzung kann darüber hinausgehen.
Evergreen One sieht zusätzliche technische Kapazitätsreserven für Wachstum vor. Der aktuelle Product Guide beschreibt unter bestimmten Voraussetzungen einen Puffer von 25 Prozent gegenüber Reserve Commitment beziehungsweise effektiver Nutzung. Zusätzlicher tatsächlicher Verbrauch kann als On-Demand-Nutzung berechnet werden.
Everpure nennt unter anderem SLAs für Performance, Verfügbarkeit, Kapazität, Energieeffizienz, geplante Ausfallzeiten, Datenmigration und Datenbeständigkeit. Für die Verfügbarkeit nennt Everpure aktuell 99,9999 Prozent. Die jeweils geltenden Bedingungen ergeben sich aus dem gewählten Service und dem Vertrag.
Storage-as-a-Service kann sinnvoll sein, wenn Datenbestände stark wachsen, zukünftige Kapazitäten schwer vorhersehbar sind oder Unternehmen Lifecycle-Aufgaben reduzieren möchten. Ob das Modell wirtschaftlich sinnvoll ist, sollte anhand einer individuellen TCO-Betrachtung geprüft werden.
Ein Kauf kann sinnvoll sein, wenn Kapazitätsbedarf und Wachstum langfristig stabil sind, eigenes Storage-Know-how vorhanden ist und das Unternehmen die Infrastruktur bewusst besitzen möchte. Auch Investitions- und Bilanzierungsstrategien können eine Rolle spielen.
Nein. Evergreen One ist nicht automatisch günstiger als ein Kaufmodell. Das Ergebnis hängt von Kapazität, Wachstum, Laufzeit, Service-Leveln, Betriebskosten, Personalaufwand und Vertragskonditionen ab. Ein belastbarer Vergleich sollte deshalb die Gesamtkosten über mehrere Jahre betrachten.

Sie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie müssen den Inhalt von Turnstile laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr Informationen