Concat-Logo
Concat-Logo
Concat-Logo
Bleiben Sie immer aktuell mit Ihrer IT!

Was ist ein DDoS-Angriff und wie wehrt man ihn ab?

In unserem IT Blog finden Sie aktuelle Themen zur IT Sicherheit, Managed Services, Cloud Anwendungen u. v. m.
Serverrack aus Stahl trotzt einer dunklen Wasserwelle, dramatische Seitenbeleuchtung, Froschperspektive.

Ein DDoS-Angriff (Distributed Denial of Service) ist ein gezielter Cyberangriff, bei dem Angreifer ein System, einen Server oder ein Netzwerk mit so vielen Anfragen überfluten, dass es für legitime Nutzer nicht mehr erreichbar ist. Die Besonderheit liegt im verteilten Ansatz: Statt eines einzelnen Angreifers werden Tausende bis Millionen kompromittierter Geräte gleichzeitig eingesetzt. Im Folgenden erfahren Sie, wie DDoS-Attacken technisch funktionieren, welche Varianten es gibt und wie Sie sich wirksam schützen können.

Wie funktioniert ein DDoS-Angriff technisch?

Bei einem DDoS-Angriff koordinieren Angreifer ein sogenanntes Botnet, also ein Netzwerk aus kompromittierten Geräten, und lenken deren gesammelte Rechenleistung und Bandbreite auf ein einzelnes Ziel. Das Ziel wird mit so vielen Anfragen konfrontiert, dass seine Ressourcen erschöpft sind und es legitimen Datenverkehr nicht mehr verarbeiten kann.

Die kompromittierten Geräte, auch Bots oder Zombies genannt, sind häufig gewöhnliche Computer, Server oder IoT-Geräte, deren Besitzer von der Infektion nichts ahnen. Ein zentraler Command-and-Control-Server (C2) steuert das Botnet und gibt das Signal zum Angriff. Weil die Anfragen von Tausenden verschiedener IP-Adressen kommen, ist eine einfache IP-Sperrung wirkungslos. Die Infrastruktur des Angriffsziels, sei es die Netzwerkbandbreite, die Serverprozessoren oder die Anwendungsschicht, wird so lange belastet, bis Dienste ausfallen oder stark verlangsamt werden.

Welche Arten von DDoS-Angriffen gibt es?

DDoS-Angriffe lassen sich in drei Hauptkategorien einteilen: volumetrische Angriffe, Protokollangriffe und Angriffe auf Anwendungsebene. Jede Kategorie zielt auf eine andere Schwachstelle der IT-Infrastruktur ab und erfordert unterschiedliche Abwehrmaßnahmen.

Volumetrische Angriffe

Volumetrische Angriffe zielen darauf ab, die verfügbare Netzwerkbandbreite vollständig zu sättigen. Typische Beispiele sind UDP-Floods, ICMP-Floods und DNS-Amplification-Angriffe. Beim Amplification-Verfahren werden öffentliche Server missbraucht, um den Datenverkehr zu vervielfachen: Ein kleines Anfragepaket erzeugt eine deutlich größere Antwort, die an das Angriffsziel weitergeleitet wird.

Protokollangriffe

Protokollangriffe wie SYN-Floods nutzen Schwächen in Netzwerkprotokollen aus. Beim SYN-Flood-Angriff sendet der Angreifer massenhaft TCP-Verbindungsanfragen, ohne den Handshake abzuschließen. Der Server hält diese halboffenen Verbindungen offen und erschöpft dabei seine Verbindungstabellen, bis keine neuen legitimen Verbindungen mehr angenommen werden können.

Angriffe auf Anwendungsebene

Layer-7-Angriffe, auch HTTP-Floods genannt, imitieren legitimen Nutzerverkehr auf Anwendungsebene. Sie sind besonders schwer zu erkennen, weil einzelne Anfragen unauffällig wirken. Erst die Masse der Anfragen bringt Webserver oder Datenbanken zum Erliegen. Diese Angriffsvariante erfordert deutlich weniger Bandbreite als volumetrische Angriffe und ist daher mit geringem Aufwand durchführbar.

Woran erkennt man einen laufenden DDoS-Angriff?

Typische Anzeichen eines laufenden DDoS-Angriffs sind ein plötzlicher, unerklärlicher Anstieg des Netzwerkdatenverkehrs, stark verlangsamte oder nicht mehr erreichbare Dienste sowie ungewöhnliche Anfragemuster aus vielen verschiedenen geografischen Regionen. Im Unterschied zu einem technischen Defekt tritt die Beeinträchtigung abrupt auf und betrifft meist spezifische Dienste oder Ports.

Konkrete Warnsignale im Überblick:

  • Extrem hohe Bandbreitenauslastung ohne erkennbaren Auslöser
  • Häufige Timeouts oder Verbindungsabbrüche für Endnutzer
  • Ungewöhnlich viele gleichartige Anfragen innerhalb kurzer Zeit
  • Überlastung von Firewalls oder Load-Balancern
  • Auffällige Muster in Server-Logs, etwa identische User-Agents oder Request-Strukturen
  • Alarme aus Netzwerkmonitoring-Systemen oder Intrusion-Detection-Systemen (IDS)

Ein funktionierendes Netzwerk-Monitoring ist entscheidend, um zwischen einem technischen Problem und einem aktiven Cyberangriff zu unterscheiden. Ohne Baselines für normalen Datenverkehr ist eine schnelle Einordnung kaum möglich.

Wie kann man sich vor DDoS-Angriffen schützen?

Effektiver DDoS-Schutz beruht auf mehreren Schutzschichten: Netzwerkebene, Infrastrukturebene und Anwendungsebene. Eine einzelne Maßnahme reicht nicht aus; wirksame DDoS-Prävention kombiniert technische Lösungen mit organisatorischen Prozessen.

Wichtige Schutzmaßnahmen im Überblick:

  • Traffic-Scrubbing und Anti-DDoS-Dienste: Spezialisierte Dienste leiten eingehenden Datenverkehr durch sogenannte Scrubbing-Center, die legitimen von schädlichem Traffic trennen, bevor er das Zielnetzwerk erreicht.
  • Rate-Limiting und Traffic-Shaping: Durch Begrenzung der Anfragen pro IP-Adresse oder Zeiteinheit lässt sich die Wirkung volumetrischer Angriffe reduzieren.
  • Content Delivery Networks (CDN): CDNs verteilen Datenverkehr auf viele Knoten weltweit und erschweren es Angreifern, ein einzelnes Ziel zu überlasten.
  • Web Application Firewalls (WAF): WAFs erkennen und blockieren anomale Anfragemuster auf Anwendungsebene und sind besonders wirksam gegen Layer-7-Angriffe.
  • Anycast-Netzwerkdiffusion: Durch die Verteilung des Datenverkehrs auf mehrere Rechenzentren wird die Last eines Angriffs geografisch aufgeteilt.
  • Incident-Response-Plan: Ein vorab definierter Reaktionsplan stellt sicher, dass alle Beteiligten im Ernstfall schnell und koordiniert handeln können.

Die tatsächliche Wirksamkeit der einzelnen Maßnahmen kann je nach Konfiguration und Angriffsszenario variieren. Eine regelmäßige Überprüfung der Schutzmaßnahmen im Rahmen eines umfassenden IT-Sicherheitskonzepts ist empfehlenswert.

Was sollte man tun, wenn ein DDoS-Angriff stattfindet?

Wenn ein DDoS-Angriff aktiv stattfindet, sind die ersten Minuten entscheidend. Die wichtigsten Sofortmaßnahmen sind: den Angriff über Monitoring-Systeme bestätigen, den Incident-Response-Plan aktivieren, den Internet-Service-Provider (ISP) informieren und, wenn vorhanden, den DDoS-Mitigation-Dienst einschalten.

Eine strukturierte Vorgehensweise in der Akutphase:

  1. Angriff identifizieren und bestätigen: Logs und Monitoring-Daten auswerten, um sicherzustellen, dass es sich tatsächlich um einen DDoS-Angriff und nicht um einen technischen Fehler handelt.
  2. ISP und Upstream-Provider kontaktieren: Provider können auf Netzwerkebene Traffic filtern oder Black-Hole-Routing einsetzen, um Angriffsdatenverkehr zu verwerfen, bevor er das eigene Netzwerk erreicht.
  3. Interne Kommunikation sicherstellen: Betroffene Teams, Management und gegebenenfalls Kunden informieren, damit keine Fehlinformationen entstehen.
  4. Mitigation-Dienste aktivieren: Falls ein Scrubbing-Dienst oder eine WAF vorhanden ist, diese umgehend in den Abwehrmodus schalten.
  5. Angriff dokumentieren: Logs, Zeitstempel und Angriffsmuster sichern, um nach dem Angriff eine gründliche Analyse durchführen und rechtliche Schritte prüfen zu können.
  6. Behörden informieren: In Deutschland kann ein DDoS-Angriff beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gemeldet werden.

Wer ist besonders gefährdet durch DDoS-Angriffe?

Grundsätzlich kann jedes mit dem Internet verbundene System Ziel einer DDoS-Attacke werden. Besonders gefährdet sind jedoch Organisationen, die auf hohe Verfügbarkeit angewiesen sind oder die aus politischen, wirtschaftlichen oder ideologischen Gründen im Fokus von Angreifern stehen.

Branchen und Organisationstypen mit erhöhtem Risiko:

  • E-Commerce und Online-Plattformen: Jede Minute Ausfallzeit verursacht direkte Umsatzverluste, was diese Ziele für erpresserische Angriffe attraktiv macht.
  • Finanzdienstleister und Banken: Hohe gesellschaftliche Relevanz und sensible Daten machen sie zu bevorzugten Zielen.
  • Gesundheitseinrichtungen: Krankenhäuser und Kliniken sind auf kontinuierlich verfügbare IT-Systeme angewiesen; Ausfälle können unmittelbare Folgen für die Patientenversorgung haben.
  • Behörden und öffentliche Verwaltung: Politisch motivierte Angriffe richten sich häufig gegen staatliche Institutionen und kritische Infrastruktur.
  • Online-Gaming und Streaming-Dienste: Hohe Nutzerzahlen und Wettbewerbsdruck machen sie zu häufigen Angriffszielen.
  • Forschungseinrichtungen und Universitäten: Oft mit begrenzten Sicherheitsressourcen, aber wertvollen Daten und öffentlich zugänglichen Netzwerken ausgestattet.

Kleine und mittlere Unternehmen unterschätzen ihr Risiko häufig. Angreifer nutzen jedoch auch kleinere Unternehmen als Einstiegspunkt in größere Lieferketten oder als Testumgebung für Angriffswerkzeuge. Eine professionelle Netzwerksicherheitsstrategie ist daher unabhängig von der Unternehmensgröße relevant.

Wie die Concat AG bei DDoS-Schutz und IT-Sicherheit unterstützt

Als erfahrenes IT-Systemhaus begleiten wir Unternehmen dabei, ihre IT-Infrastruktur widerstandsfähig gegen DDoS-Angriffe und andere Cyberbedrohungen zu machen. Unser Ansatz ist ganzheitlich: von der Analyse der bestehenden Infrastruktur über die Konzeption geeigneter Schutzmaßnahmen bis hin zum laufenden Betrieb.

Was wir konkret anbieten:

  • Netzwerk- und Security-Beratung: Wir analysieren Ihre bestehende Infrastruktur und identifizieren Schwachstellen, bevor Angreifer sie ausnutzen können.
  • Managed Security Services: Unsere 24×7-Serviceorganisation überwacht Ihre Systeme kontinuierlich und reagiert im Ernstfall unmittelbar.
  • Implementierung von Schutzlösungen: Wir setzen herstellerneutral geeignete Technologien wie Firewalls, WAFs und Traffic-Monitoring-Systeme ein, abgestimmt auf Ihre spezifischen Anforderungen.
  • Incident-Response-Unterstützung: Im Fall eines aktiven Angriffs stehen wir als kompetenter Partner zur Seite und helfen dabei, den Schaden zu minimieren und den Betrieb schnell wiederherzustellen.
  • Eigene zertifizierte Rechenzentren: Unsere nach ISO 9001 und ISO 27001 zertifizierten Rechenzentren in Deutschland bieten eine sichere Grundlage für Ihre kritischen Anwendungen und Daten.

Die tatsächlich geeigneten Maßnahmen hängen von Ihrer individuellen IT-Umgebung und Ihrem Schutzbedarf ab. Sprechen Sie uns an: Wir beraten Sie unverbindlich und entwickeln gemeinsam mit Ihnen ein passendes Sicherheitskonzept. Jetzt Kontakt aufnehmen und Ihre IT-Sicherheit auf ein solides Fundament stellen.

Lassen Sie uns über Ihr Projekt sprechen.

Das könnte Sie auch interessieren

HPE SimpliVity: Hyperconverged Infrastructure einfach erklärt

HPE SimpliVity: Hyperconverged Infrastructure einfach erklärt

Kurzantwort: Was ist HPE SimpliVity? HPE SimpliVity ist eine Hyperconverged-Infrastructure-Lösung (HCI) von Hewlett Packard Enterprise. Sie führt Rechenleistung, Storage und zentrale Datenservices in einer integrierten Infrastruktur zusammen. Dadurch können Unternehmen…

Lassen Sie uns über Ihr Projekt sprechen

Sie haben Fragen oder wünschen eine Beratung? Unser Serviceteam ist für Sie da. Gerne helfen wir Ihnen telefonisch oder per E-Mail persönlich weiter. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage.
Hinweise zur Kontaktaufnahme
Ich stimme zu, dass Concat die von mir übermittelten personenbezogenen Daten erhebt, speichert und verarbeitet.

Concat wird die Daten ohne gesonderte Einwilligung nicht an Dritte weitergeben.

Ich gebe diese Einwilligung freiwillig ab und mir ist bekannt, dass ich sie jederzeit gegenüber Concat (postalisch, per Fax oder per E-Mail an [email protected]) ohne Angaben von Gründen widerrufen oder die Berichtigung, Löschung oder Sperrung der Daten für eine zukünftige Verwendung verlangen kann.




    © 2026 Concat AG – IT Solutions | All Rights Reserved | A Meridian Group International Company