
HPE Integrated Lights-Out (iLO) ist eine in HPE Server integrierte Technologie für das sogenannte Out-of-Band-Management. Sie ermöglicht es, Server unabhängig vom installierten Betriebssystem zu überwachen und zu verwalten.
Die wichtigsten Punkte:
Ein Server ist nicht automatisch erreichbar, nur weil er eingeschaltet ist. Ein abgestürztes Betriebssystem, eine fehlerhafte Konfiguration oder Probleme beim Booten können den normalen administrativen Zugriff verhindern.
Gerade in Rechenzentren, Außenstellen oder verteilten IT-Infrastrukturen entsteht dadurch ein praktisches Problem: Für die Fehleranalyse müsste im ungünstigsten Fall ein Administrator direkt vor dem Server stehen.
HPE Integrated Lights-Out, kurz HPE iLO, setzt genau hier an. Die Managementtechnologie ist in HPE Server integriert und arbeitet unabhängig vom eigentlichen Betriebssystem. Administratoren können dadurch auf wichtige Managementfunktionen zugreifen, auch wenn Windows, Linux, VMware oder ein anderes installiertes System nicht ordnungsgemäß arbeitet.
HPE bezeichnet iLO als eingebettete Out-of-Band-Servermanagement-Technologie. Aktuell ist HPE iLO 7 die neueste Generation. Sie kommt bei HPE ProLiant Compute Gen12 Servern zum Einsatz. Bei vorherigen Servergenerationen sind weiterhin iLO 6 beziehungsweise iLO 5 relevant.
HPE iLO ist eine eigenständige Managementumgebung innerhalb eines HPE Servers. Grundlage sind ein auf dem Serverboard integrierter iLO-Chip und die dazugehörige Firmware. Damit unterscheidet sich iLO grundlegend von klassischen Managementwerkzeugen, die innerhalb des installierten Betriebssystems ausgeführt werden.
Out-of-Band-Management bezeichnet die Administration eines Systems über einen separaten Managementkanal. Dieser arbeitet unabhängig vom normalen Datenverkehr und vom Betriebssystem des Servers. Das ist vor allem im Fehlerfall relevant. Reagiert beispielsweise das Betriebssystem nicht mehr, kann der Zugriff über iLO weiterhin möglich sein. Administratoren können dann den Zustand des Servers überprüfen, Ereignisse analysieren oder einen Neustart durchführen.
Der Zugriff erfolgt über die Managementschnittstelle von iLO. Über die webbasierte Oberfläche können Administratoren wichtige Informationen zum Server abrufen und – abhängig von Servergeneration und Lizenz – administrative Aufgaben durchführen. Damit bildet iLO eine zusätzliche Managementebene unterhalb des eigentlichen Betriebssystems.
HPE iLO verbindet verschiedene Aufgaben des Servermanagements in einer integrierten Umgebung. Dazu gehören Überwachung, Diagnose, Stromversorgungssteuerung und Remote-Administration.
Server aus der Ferne überwachen
iLO liefert Informationen über den Zustand der Serverhardware. Administratoren können beispielsweise Hardwarestatus sowie Energie- und Temperaturinformationen überwachen. Das hilft dabei, Probleme auf Hardwareebene zu erkennen, ohne direkt auf das Betriebssystem angewiesen zu sein.
Server starten und neu starten
Über die Managementoberfläche lässt sich die Stromversorgung des Servers steuern. Das ist insbesondere dann hilfreich, wenn das Betriebssystem nicht mehr reagiert und ein regulärer Neustart nicht möglich ist. Administratoren können so aus der Ferne auf Störungen reagieren.
Remote Console nutzen
Mit der Integrated Remote Console können Administratoren den Server über das Netzwerk bedienen. Bildschirm, Tastatur und Maus lassen sich dabei remote nutzen. Der praktische Vorteil: Auch Vorgänge außerhalb des Betriebssystems können aus der Ferne begleitet werden. Dazu gehören beispielsweise Bootvorgänge oder Arbeiten an der Systemkonfiguration. Die vollständige Integrated Remote Console gehört zu den Funktionen, die HPE über iLO Advanced bereitstellt.
Virtuelle Medien bereitstellen
iLO Advanced unterstützt Virtual Media. Damit können Medien über das Netzwerk für den Server bereitgestellt werden. Das erleichtert beispielsweise die Remote-Installation oder Wartung eines Servers, weil nicht zwingend ein physischer Datenträger vor Ort eingelegt werden muss.
Fehler und Ereignisse analysieren
Für den Betrieb ist nicht nur der aktuelle Zustand relevant. Protokollierte Ereignisse helfen Administratoren dabei, die Ursache von Problemen nachzuvollziehen. Dadurch kann iLO insbesondere bei Hardwareproblemen eine wichtige Informationsquelle für die Fehleranalyse sein.
Servermanagement automatisieren
Für größere Umgebungen muss die Administration nicht ausschließlich über die grafische Oberfläche erfolgen. HPE stellt mit der iLO RESTful API eine programmierbare Schnittstelle bereit.
Bei aktuellen Gen12-Systemen empfiehlt HPE die RESTful API als bevorzugte programmatische Schnittstelle. iLO 7 verwendet dabei den Redfish-Standard. Redfish ist ein von der DMTF entwickelter Standard für die Verwaltung von Serverhardware über REST-basierte Schnittstellen. Damit lassen sich beispielsweise Konfiguration, Inventarisierung und Monitoring in automatisierte Prozesse integrieren.
Der wesentliche Vorteil von HPE iLO besteht darin, dass die Serveradministration nicht vollständig vom Zustand des Betriebssystems abhängt. Das zeigt sich besonders bei Störungen.
Angenommen, ein Server an einem entfernten Standort reagiert nicht mehr auf die üblichen Managementwerkzeuge. Ohne Out-of-Band-Management müsste zunächst geklärt werden, ob ein Mitarbeiter vor Ort eingreifen kann.
Mit einer entsprechend eingerichteten iLO-Umgebung kann das IT-Team zunächst remote prüfen, wie sich der Server verhält. Je nach Situation lassen sich Hardwareinformationen kontrollieren, Ereignisse analysieren oder ein Neustart durchführen.
Auch im regulären Betrieb ergeben sich Vorteile:
Gerade bei mehreren Standorten reduziert Out-of-Band-Management damit die Abhängigkeit von einem physischen Zugriff auf die Hardware. iLO ersetzt allerdings kein übergeordnetes Infrastrukturmanagement. Seine Stärke liegt zunächst in der direkten Managementebene des einzelnen Servers.
Eine Out-of-Band-Managementschnittstelle benötigt ein konsequentes Sicherheitskonzept. Schließlich ermöglicht sie weitreichenden Zugriff auf die Serverhardware. HPE integriert deshalb verschiedene Sicherheitsmechanismen direkt in iLO und die ProLiant-Plattform.
Dazu gehört unter anderem der HPE Silicon Root of Trust. Dabei wird eine hardwarebasierte Vertrauensbasis genutzt, um die Integrität der Server-Firmware zu schützen.
HPE nennt für aktuelle iLO-Generationen außerdem Funktionen wie Secure Boot Validation, Laufzeit-Firmware-Verifizierung sowie die Unterstützung von TLS und FIPS-validierter Kryptografie.
Mit HPE iLO 7 und ProLiant Compute Gen12 hat HPE die hardwarebasierte Sicherheit weiterentwickelt. iLO 7 setzt unter anderem auf eine Secure-Enclave-Technologie. Die konkrete Ausstattung und die verfügbaren Funktionen hängen dabei von Servermodell, Generation und Lizenzierung ab.
Neben den integrierten Schutzmechanismen ist die Konfiguration durch das Unternehmen entscheidend. Für den Betrieb sollten insbesondere folgende Punkte berücksichtigt werden:
Ein separates Managementnetz beziehungsweise Management-VLAN kann zusätzlich dazu beitragen, den administrativen Zugriff vom normalen Produktivnetz zu trennen.
Die technischen Sicherheitsfunktionen von iLO sind damit nur ein Teil des Gesamtkonzepts. Ebenso wichtig sind Netzwerksegmentierung, Berechtigungsmanagement und regelmäßige Updates.
Grundlegende iLO-Funktionen sind bei unterstützten HPE Servern bereits enthalten. HPE bezeichnet diesen Funktionsumfang als iLO Standard. Nach Angaben von HPE gehören grundlegende Funktionen für Servereinrichtung, Health Monitoring sowie Energie- und Temperaturmanagement zum Server und benötigen keine zusätzliche iLO-Lizenz. Für umfangreichere Remote-Management- und Sicherheitsfunktionen bietet HPE iLO Advanced an.
Zu den durch iLO Advanced bereitgestellten beziehungsweise erweiterten Funktionen gehören unter anderem:
Ob iLO Advanced benötigt wird, hängt daher stark vom Einsatzzweck ab. Wer iLO hauptsächlich für grundlegendes Hardware-Monitoring nutzt, benötigt möglicherweise nicht den gesamten Advanced-Funktionsumfang. Soll ein Server dagegen möglichst umfassend remote administriert werden, werden Funktionen wie Remote Console und Virtual Media schnell relevant.
Vor einer Lizenzentscheidung sollte deshalb geprüft werden, welche Funktionen für das jeweilige Servermodell und die eingesetzte iLO-Generation verfügbar sind.
HPE iLO konzentriert sich auf das Management und die Überwachung des Servers selbst. Bei größeren Serverlandschaften kommen zusätzlich zentrale Managementlösungen ins Spiel.
Ein Beispiel ist HPE Compute Ops Management. Die Cloud-native Plattform dient dazu, verteilte HPE ProLiant Compute Server zentral zu verwalten und Lifecycle-Prozesse zu automatisieren.
Compute Ops Management kann unterstützte Server direkt über iLO anbinden. Damit wird deutlich, welche Rolle iLO innerhalb einer größeren Managementarchitektur spielt: iLO stellt die servernahe Managementebene bereit, während übergeordnete Plattformen mehrere Systeme zusammenführen können.
Auch HPE OneView arbeitet mit dem iLO Management Processor zusammen, um unterstützte Server zu konfigurieren, zu überwachen und zu verwalten.
Für Unternehmen mit wenigen Servern kann die direkte iLO-Verwaltung bereits viele Anforderungen abdecken. Mit zunehmender Anzahl an Servern, mehreren Standorten oder höheren Anforderungen an Standardisierung und Automatisierung gewinnen zentrale Managementplattformen an Bedeutung.
HPE iLO schafft eine vom Betriebssystem unabhängige Managementebene für HPE Server. Administratoren können damit Hardware überwachen, Fehler analysieren und wichtige Verwaltungsaufgaben remote durchführen.
Besonders relevant ist diese Möglichkeit bei Störungen und bei Servern an entfernten Standorten. Die IT ist nicht ausschließlich auf das Betriebssystem oder den physischen Zugriff auf die Hardware angewiesen.
Mit iLO Advanced lässt sich der Funktionsumfang unter anderem um eine umfangreichere Remote-Administration, Virtual Media und zusätzliche Sicherheitsfunktionen erweitern. In größeren Umgebungen kann iLO zudem als Grundlage für zentrale Managementlösungen wie HPE Compute Ops Management oder HPE OneView dienen.
Für Unternehmen ist deshalb weniger die Frage entscheidend, ob Out-of-Band-Management sinnvoll ist, sondern welcher Funktionsumfang und welche Managementarchitektur zur eigenen Serverlandschaft passen.
HPE Integrated Lights-Out (iLO) ist eine in HPE Server integrierte Out-of-Band-Management-Technologie. Sie ermöglicht die Überwachung und Verwaltung eines Servers unabhängig vom installierten Betriebssystem.
Out-of-Band-Management bezeichnet die Verwaltung von IT-Systemen über einen separaten Managementkanal. Dadurch kann der administrative Zugriff auch dann möglich bleiben, wenn das Betriebssystem oder die reguläre Netzwerkverbindung des Servers nicht ordnungsgemäß funktioniert.
Ja. HPE iLO arbeitet unabhängig vom Betriebssystem. Genau darin liegt einer der wichtigsten Vorteile der Technologie. Administratoren können dadurch beispielsweise Hardwareinformationen abrufen oder Managementaktionen durchführen, wenn das installierte Betriebssystem nicht mehr reagiert.
iLO Standard stellt grundlegende Managementfunktionen bereit und ist bei unterstützten HPE Servern enthalten. iLO Advanced erweitert den Funktionsumfang unter anderem um die Integrated Remote Console, Virtual Media und zusätzliche Sicherheits- und Gruppenmanagementfunktionen.
HPE iLO verfügt über verschiedene integrierte Sicherheitsmechanismen. Dazu gehören je nach Generation und Plattform hardwarebasierte Schutzmechanismen wie HPE Silicon Root of Trust sowie Funktionen zur Firmware-Integritätsprüfung, verschlüsselte Kommunikation und Zugriffskontrollen. Die Sicherheit hängt jedoch auch von der Konfiguration ab. Managementnetz, Benutzerrechte, Firmwarestand und Netzwerkzugriff müssen entsprechend abgesichert werden.
HPE iLO 7 ist aktuell die neueste Generation. Sie kommt bei HPE ProLiant Compute Gen12 Servern zum Einsatz. HPE ProLiant Gen11 verwendet iLO 6; bei Gen10 und Gen10 Plus kommt iLO 5 zum Einsatz. Die unterstützte Version hängt von der jeweiligen Serverplattform ab.

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